Eine Mehrheit der Bundesbürger ist für ein Ende der Tabakwerbung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, die vom Institut Forsa durchgeführt wurde. Demnach sprachen sich 69 Prozent der Befragten für ein vollständiges Verbot aus, dagegen waren 27 Prozent.

Auch ein Komplettverbot von Alkoholwerbung würde eine Mehrheit demnach begrüßen: Dafür sprachen sich 58 Prozent aus, 36 Prozent lehnten dies ab. Auch eine höhere Besteuerung fände der Umfrage zufolge Unterstützung. Für Tabak befürworteten dies 75 Prozent (23 Prozent dagegen), für Alkohol 59 Prozent (37 Prozent dagegen). Für die Erhebung befragte Forsa vom 4. bis 8. Februar 1.003 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland.

In die Debatte um ein Verbot der Tabakwerbung auf Plakatflächen war zuletzt wieder Bewegung gekommen. Die Fachpolitiker von Union und SPD einigten sich darauf, dass die bestehenden Beschränkungen auch auf Außenwerbung ausgeweitet werden sollen. Es soll aber nicht um ein Pauschalverbot gehen. In der vorigen Wahlperiode war ein Anlauf am Widerstand der Union gescheitert. Das Kabinett stimmte 2016 einem Entwurf zu, ein Gesetz wurde daraus nie. Verboten ist Tabakwerbung in Deutschland bereits in Radio und Fernsehen sowie in Zeitungen und Zeitschriften.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transparenzblog Glashaus.