Der US-Staat Alabama hat einen muslimischen Häftling hingerichtet, ohne dass ein Imam im Raum war. Der 42-jährige Dominique Ray wurde am Donnerstag um 22.12 Uhr (Ortszeit) nach einer Giftspritze im staatlichen Gefängnis in Atmore für tot erklärt. Rays Anwälte hatten gegen das Hinrichtungsverfahren in Alabama geklagt. Sie argumentierten, es behandele christliche Häftlinge bevorzugt, weil bei einer Hinrichtung in der Regel eine christliche Kirchenvertretung anwesend ist, die beim Gefängnis angestellt ist.

Ray hatte beantragt, dass stattdessen sein Imam bei ihm sein dürfe. Das wurde ihm verweigert. Anwälte des Staats Alabama teilten mit, dass aus Sicherheitsgründen nur Gefängnisangestellte in der Hinrichtungskammer sein dürften. Ein Sprecher sagte, der Imam von Ray habe diesen am Mittwoch und Donnerstag besucht. Der Imam schaute der Hinrichtung von einem angrenzenden Zeugenraum zu. 

Ein Gericht hatte die Hinrichtung wegen des Antrags auf einen anwesenden Imam zunächst aufgeschoben. Diese Entscheidung kippte am Donnerstag der Oberste Gerichtshof der USA mit fünf zu vier Stimmen.

Ray war wegen der Vergewaltigung von und des Mordes an einer 15-Jährigen zum Tode verurteilt worden. Er wurde 1999 schuldig gesprochen, nachdem ein anderer Mann ihn belastet hatte.