In der katholischen Kirche sind Nonnen von Geistlichen missbraucht worden. Das hat Papst Franziskus eingeräumt. "Es stimmt, es ist ein Problem", sagte er. "Ich weiß, dass Priester und auch Bischöfe das getan haben. Und ich glaube, es wird immer noch getan." 

Derartige Vorfälle könnten "überall" geschehen, seien aber besonders häufig in "einigen neuen Kongregationen und in einigen Regionen", sagte der Papst. Der Vatikan arbeite seit Langem an dem Problem. Einige Frauenglaubensgemeinschaften seien aufgelöst worden, einige Kleriker seien "suspendiert" und "weggeschickt" worden. Namen oder einzelne Länder nannte Franziskus nicht. Die Kirche dürfe die Fälle nicht abstreiten. "Müssen wir noch mehr tun? Ja! Haben wir den Willen dazu? Ja!", sagte der Papst.

Franziskus sprach zudem von dem Fall einer früheren Gemeinschaft, bei dem Frauen "wie Sklaven" behandelt worden seien. Es sei bis zur "sexuellen Sklaverei" durch Kleriker und den Gründer der Gemeinschaft gegangen. Der damalige Papst Benedikt sei "sehr mutig" gewesen und habe diese Gemeinschaft nach starken Widerständen sofort nach seinem Amtsantritt aufgelöst. Auf welche Gemeinschaft er sich bezog, sagte der Papst nicht.

Das Frauenmagazin des Vatikans Women Church World hatte in seiner Februarausgabe, die in der vergangenen Woche erschien, den sexuellen Missbrauch von Nonnen durch Geistliche offengelegt. Bei mehreren dieser Übergriffe seien dem Bericht zufolge Kinder gezeugt worden. Die Priester hätten sich später geweigert, ihre Vaterschaft anzuerkennen, oder die Ordensschwestern seien zur Abtreibung gezwungen worden – nach katholischer Lehre eine Todsünde. Nonnen seien jahrelang mit der Drohung zum Schweigen gezwungen worden, sie oder ihre Orden würden sonst bestraft. Vor allem die Macht der Kleriker sei der Grund für die Vorkommnisse, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf Papst Franziskus.  

Die Veröffentlichung ist eine weitere Anerkennung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche. Zuvor hatte sich der Vatikan jahrelang wenig um das Problem gekümmert. Die katholische Kirche wird seit Jahren von Missbrauchsaffären erschüttert und befindet sich dadurch in der Krise. Bislang waren vor allem Übergriffe auf Kinder und Jugendliche bekannt geworden.