USA - Prominente sollen Eliteuniversitäten bestochen haben Schauspieler und Unternehmer sollen ihren Kindern Studienplätze an Unis wie Yale und Stanford gekauft haben. Für gefälschte Sporttests wurden 25 Millionen Dollar gezahlt. © Foto: REUTERS/Mike Blake

Um ihre Kinder in Eliteuniversitäten wie Yale, Stanford oder Georgetown unterzubringen, sollen Prominente und andere wohlhabende Eltern Colleges und Universitäten in den USA bestochen haben. Unter den fast 50 Verdächtigen sind auch Schauspielerin Felicity Huffman, bekannt aus der TV-Serie Desperate Housewives, und Lori Loughlin aus der Sitcom Full House. Die Vorwürfe treffen darüber hinaus Investoren in Silicon Valley, Firmenchefs und Unternehmer, auch ein Weingutbesitzer ist angeklagt.

Die Fälle reichen bis ins Jahr 2011 zurück. Nach landesweiten FBI-Ermittlungen unter dem Decknamen "Operation Varsity Blues" haben die Behörden nun zugegriffen.

Huffman, die aus ihrer Ehe mit dem Schauspieler William H. Macy zwei Töchter hat, sei in ihrem Haus in Los Angeles verhaftet worden, berichtete die Los Angeles Times. Nach einem Gerichtstermin hinterlegte sie Kaution und kam wieder auf freien Fuß. Ende März muss Huffman vor Gericht in Boston im US-Staat Massachusetts erscheinen. Huffman soll laut Anklage 15.000 Dollar (13.000 Euro) Schmiergeld gezahlt haben, um zu erreichen, dass Antworten ihrer ältesten Tochter beim landesweiten Einstufungstest SAT nachträglich aufgebessert werden.

Eltern zahlten 1,2 Millionen Dollar

Am heutigen Mittwoch soll Loughlin in Los Angeles vor Gericht erscheinen. Sie und ihr Mann, Modedesigner Mossimo Giannulli, sollen sogar 500.000 Dollar gezahlt haben, um ihre beiden Töchter fälschlicherweise als Ruderinnen auszugeben und sie über das Sportteam an der USC in Kalifornien unterzubringen.

Eine andere Bewerberin kam laut einem Bericht durch, indem eine Lernbehinderung vorgeschützt wurde. Ein Mädchen, das nicht einmal Fußball spielte, wurde demnach in Yale als Fußball-Spezialschülerin aufgenommen. Seine Eltern zahlten dafür 1,2 Millionen Dollar.

Hochschulleiter ahnungslos?

Ein 58 Jahre alter Mittelsmann soll die Bestechungen eingefädelt haben. Er hatte sich in einer Anhörung am Dienstagnachmittag bereits schuldig bekannt. Dort schilderte er laut US-Medien, er habe die Schüler im Glauben gelassen, dass sie die Tests regulär bestanden. Den Prüfer habe er jedoch angewiesen, die Antworten der Schüler zu korrigieren, dass eine bestimmte, für das Bestehen notwendige Punktzahl erreicht wurde. Den Eltern soll er die Machenschaften als "eine Seitentür" zur Aufnahme ihrer Kinder in die Hochschulen dargestellt haben. Laut Anklage kassierte er von den Eltern als Spenden getarnte Gelder in Millionenhöhe ab, mit denen er dann unter anderem Sporttrainer und andere Mitarbeiter an den Hochschulen schmierte.

Durch "Bestechung und andere Formen des Betrugs" hätten die Betroffenen versucht, die Annahme ihre Kinder zu erwirken, heißt es in der Anklage. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Hochschulleiter aber nichts von den Trickgeschäften wussten. In vielen Fällen seien auch die betroffenen Schülerinnen und Studenten ahnungslos gewesen, dass ihre Eltern bei den Aufnahmeprüfungen ihre Finger im Spiel hatten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Inwieweit Prüfer und andere Beschäftigte der Hochschulen beschuldigt werden, ist derzeit nicht bekannt.