Die Anzahl der Asylanträge in der EU ist im vergangenen Jahr erneut gesunken und auf das Niveau von vor 2015 gefallen. Wie die Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mitteilte, stellten im vergangenen Jahr 580.800 Menschen einen Erstantrag auf internationalen Schutz. Das seien elf Prozent weniger gewesen als im Vorjahr und sei mit dem Niveau von 2014 vergleichbar.

Die Mehrheit der Asylbewerberinnen und Asylbewerber kam demnach – wie seit 2013 in jedem Jahr – aus Syrien. 2018 waren es insgesamt etwa 80.900 Menschen aus Syrien, fast die Hälfte von ihnen wurde in Deutschland registriert. Die zweitgrößte Gruppe waren Afghanen (41.000), gefolgt von Irakern (39.600).

Etwa ein Viertel aller Anträge auf Asyl wurden laut Eurostat bei deutschen Behörden gestellt. Das sind EU-weit mit Abstand die meisten. Darauf folgten Frankreich (110.500 Menschen; 19 Prozent), Griechenland (65.000; 11 Prozent), Spanien (52.700; 9 Prozent), Italien (49.200; 8 Prozent) und Großbritannien (37.300; 6 Prozent).

Die meisten Asylanträge im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße wurden in Zypern (8.805 Menschen je eine Million Einwohner) und Griechenland (6.051) gestellt. In Deutschland liegt diese Zahl bei 1.954 pro Million. Die wenigsten Anträge im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße wurden in der Slowakei (28), in Polen (63) und in Ungarn (65) gestellt.

Im Vergleich zum Vorjahr ging die Anzahl der Asylanträge in Deutschland um 18 Prozent zurück. Insgesamt stellten in der Bundesrepublik 36.000 Menschen weniger erstmals einen Antrag auf internationalen Schutz. Auch in Italien, Österreich und Schweden sank die Zahl der Asylanträge signifikant. In Zypern und Spanien stieg die Zahl der Asylanträge um 70 beziehungsweise 60 Prozent.

Ende Dezember waren in der EU noch 876.000 Asylanträge unbearbeitet, fast die Hälfte (44 Prozent) davon in Deutschland.