Schülerinnen und Schüler auf der ganzen Welt wollen am Freitag für Klimaschutz demonstrieren. Die Fridays-for-Future-Proteste, die von der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg ins Leben gerufen worden waren, sind in mehr als 1.650 Städten in 105 Ländern geplant. Das geht aus einer Liste des globalen Fridays-for-Future-Netzwerks hervor. 

Ziel der Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future ist es, die größten internationalen Schulstreiks fürs Klima zu organisieren. Dafür haben sie einen Global Strike For Future ausgerufen. Wegen der Zeitverschiebung werden die ersten Kundgebungen in Neuseeland beginnen, ehe zum Abschluss in Anchorage in Alaska sowie in Honolulu auf Hawaii demonstriert wird.

In Deutschland sollen in fast 200 Städten und Orten Proteste stattfinden. Dabei sind neben den Großstädten auch zahlreiche kleinere Gemeinden beteiligt. Protestiert wird vor Rathäusern, Schulen, Bahnhöfen und an anderen öffentlichen Plätzen.

"Wir streiken, um unsere Regierungen dazu zu bringen, ihre Hausaufgaben zu machen und Beweise zu liefern", heißt in einem bei Facebook veröffentlichten Aufruf zum Protesttag. Die Organisatorinnen fordern, dass die Politik die nötigen Schritte unternimmt, um die Erderwärmung auf zwei Prozent im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu beschränken. So ist es im Pariser Klimaschutzabkommen vorgesehen.

Greta Thunberg schrieb auf Twitter, am morgigen Freitag werde für die Zukunft gestreikt. "Und wir werden so lange weitermachen wie notwendig." Erwachsene seien herzlich willkommen, sich den jungen Demonstrierenden anzuschließen.

Im August hatte Thunberg allein vor dem Reichstag in Stockholm damit begonnen, für stärkere Klimaschutzbemühungen ihres Landes zu protestieren. Durch Auftritte auf der UN-Klimakonferenz im polnischen Katowice und beim Weltwirtschaftsforum in Davos wurde sie weltberühmt. Mittlerweile haben sich auf der ganzen Welt Kinder und Jugendliche angeschlossen, auch in Deutschland demonstrieren an jedem Freitag Tausende unter dem Motto #FridaysForFuture.

In einigen Ländern, etwa Großbritannien, Deutschland und Hongkong, hatten Politiker kritisiert, dass die Schüler während der Unterrichtszeit demonstrieren und auf Konsequenzen wegen Schulschwänzens verwiesen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich Anfang März wohlwollend zu den Klimaschutzproteste geäußert.

In Frankreich kündigte das Bildungsministerium für den Tag der weltweiten Proteste am Freitag Klimadebatten an den weiterführenden Schulen an. Die französische Gruppe Youth for Climate lehnte das ab und sprach von einer "verzweifelten Geste", um die Proteste zu unterdrücken.