Die Türkei hat Jörg Brase, Studioleiter des ZDF in Istanbul, nun doch eine Pressekarte ausgestellt. Für die journalistische Arbeit im Land ist eine solche Akkreditierung nötig. Auf Twitter kommentierte Brase, die Türkei habe ihre Entscheidung korrigiert. "Ich werde in den kommenden Tagen nach Istanbul zurückkehren", schrieb er.

Vor zwei Wochen unterrichtete die Türkei zwei im Land lebende deutsche Journalisten, Brase und seinen Kollegen Thomas Seibert, der für den Berliner Tagesspiegel arbeitet und seit mehr als 22 Jahren in Istanbul lebt, dass ihre Presseakkreditierung nicht verlängert werde. Beide verließen kurz darauf das Land. Neben Brase und Seibert ist auch NDR-Reporter Halil Gülbeyaz betroffen, der immer wieder aus der Türkei berichtete.

Das Vorgehen der Türkei löste Kritik aus. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) nannte die Verweigerung der Pressekarten einen nicht hinnehmbaren "De-facto-Rausschmiss". Geschäftsführer Christian Mihr sprach von "reiner Behördenwillkür". Die Organisation veröffentlicht auch jedes Jahr eine weltweite Rangliste der Pressefreiheit. Darin belegte die Türkei 2018 Platz 157 von 180.

Auch die Politik hatte sich eingeschaltet: Journalisten an der Arbeit zu hindern, sei mit der Pressefreiheit nicht vereinbar, sagte etwa Außenminister Heiko Maas in einem Interview. Dass einige deutsche und andere europäische Korrespondenten ihrer Arbeit in der Türkei nicht frei nachgehen könnten, sei "nicht akzeptabel".

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern gelten spätestens seit der Inhaftierung des Welt-Korrespondenten Deniz Yücel im Jahr 2017 als angespannt.