Der wegen Verletzung dienstlicher Geheimnisse angeklagte Oberstleutnant des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) hat zum Prozessauftakt alle Vorwürfe bestritten. Er wird beschuldigt, im Jahr 2017 Informationen über geplante Durchsuchungen des Bundeskriminalamtes bei der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) weitergegeben zu haben. In dem Verfahren vor dem Amtsgericht Köln sagte der Angeklagte, er habe zu keinem Zeitpunkt über Durchsuchungsmaßnahmen informiert und von diesen auch keine Kenntnis gehabt. 

Laut Gericht war der angeklagte Offizier Ansprechpartner für das Bundeskriminalamt (BKA) und den Generalbundesanwalt. Die Durchsuchungen beim KSK waren Teil der Ermittlungen im Fall Franco A

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Bundeswehrsoldaten vor, aus einer rechtsextremen Gesinnung heraus einen Anschlag auf Politiker oder eine Menschenrechtsaktivistin vorbereitet zu haben, die aus seiner Sicht ein flüchtlingsfreundliches Engagement zeigten. Dazu soll er sich Waffen, Munition und Sprengkörper beschafft haben – teils aus Beständen der Bundeswehr. Den Haftbefehl gegen A. hatte der Bundesgerichtshof Ende November 2017 mangels dringenden Tatverdachts aufgehoben.