Bei einer Razzia gegen eine Großfamilie haben mehr als 500 Ermittlerinnen und Ermittler mehrere Gebäude in Norddeutschland durchsucht. Mitgliedern der polnischstämmigen Familie werden Sozialleistungs- und Versicherungsbetrug, Urkundenfälschung sowie Menschenhandel vorgeworfen, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten beschlagnahmten demnach mehr als 30.000 Euro Bargeld, Schmuck und einen Bus. Drei Männer und eine Frau wurden verhaftet. Ein weiterer Verdächtiger befindet sich laut Polizei bereits in Untersuchungshaft.

Die Mitglieder der Großfamilie stehen im Verdacht, verschiedene Versicherungen betrogen zu haben. Dabei hätten sie echte Verkehrsunfälle mehrfach abgerechnet und weitere Unfälle erfunden. Hinzu komme das Erschleichen von Sozialleistungen im Wert von mehr als 200.000 Euro. Ihnen wird vorgeworfen, in Polen ihren Namen geändert und dann in Deutschland neue Sozialleistungen beantragt zu haben. Ferner hätten sie Menschen zu Handwerksarbeiten gezwungen. 

Die Durchsuchungen fanden den Angaben nach in Wriedel bei Uelzen, Waddeweitz im Wendland und in Hamburg statt. Auch in Schleswig-Holstein waren Beamtinnen im Einsatz. Bundesweit wurden auch mehrere Anwaltskanzleien durchsucht. Ziel sei es gewesen, Beweise sicherzustellen, Haftbefehle zu vollstrecken und illegale Gewinne zu beschlagnahmen.