Ostdeutsche Universitätsstädte haben auf Studierende zunächst eine hohe Anziehungskraft. Diese erlischt aber – mit Ausnahme von Berlin – einer Studie zufolge beim Eintritt ins Berufsleben. So wollen laut der Untersuchung der Universität Maastricht und des Personaldienstleisters  Studitemps knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Hochschulabsolventinnen und -absolventen aus Sachsen-Anhalt nach ihrem Abschluss in ein anderes Bundesland ziehen. Fast ebenso hoch ist der Anteil der Absolventen, die Brandenburg verlassen wollen (57 Prozent), dann folgen Thüringen und Rheinland-Pfalz mit 49 und 40 Prozent. Viele Absolventinnen und Absolventen zieht es in die Stadtstaaten oder nach Bayern und Baden-Württemberg.

Wie die Forscher errechneten, profitiert Hamburg am stärksten mit einem Zuwanderungssaldo von 160 Prozent, danach folgt Berlin mit 78 Prozent. In Hamburg kommen somit auf 100 Studienplätze 260 Absolventen, die in der Stadt arbeiten wollen.

Für die Studie wurden jeweils zwischen 18.000 und 21.000 Studierende, Exmatrikulierte und Schüler aus ganz Deutschland befragt.

Ost-Länder bleiben auf Ausbildungskosten sitzen

"Der Osten verliert massiv Absolventen, während Stadtstaaten und wirtschaftlich ohnehin starke Regionen gewinnen", sagte Studitemps-Chef Eckhard Köhn. Zudem zögen die Wanderungsbewegungen einen indirekten Länderfinanzausgleich mit sich. Jeder Student, der in einem Bundesland ausgebildet werde, koste das Land auch Geld. Jeder Absolvent, der nicht am Ausbildungsort bleibe, sondern in ein anderes Bundesland wechsle, übertrüge damit in ihn investierte Bildungskosten.