Die niederländische Staatsanwaltschaft sieht nach den tödlichen Schüssen in Utrecht ihren Terrorverdacht erhärtet. Wie die Justizbehörde mitteilte, fanden Ermittler ein verdächtiges Schreiben im Fluchtwagen des mutmaßlichen Täters. Zudem gebe es noch keinen Hinweis darauf, dass der 37-Jährige eines seiner Opfer kannte. "Wir nehmen die Möglichkeit eines terroristischen Motivs sehr ernst", heißt es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft. 

Am Montagvormittag hatte der 37-Jährige in einer Straßenbahn um sich geschossen, drei Personen getötet und sieben weitere verletzt. Er wurde nach einem stundenlangen Großeinsatz festgenommen.

"Wir wissen relativ viel über ihn", sagte ein Sprecher des Innenministeriums, ohne Details zu nennen. Medienberichten zufolge wurde der Verdächtige im Dezember 2013 wegen versuchten Mords verurteilt, vor zwei Wochen begann eine Verhandlung wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs. Darüber hinaus wurde er einst auch wegen Ladendiebstahls, Sachbeschädigung und Beleidigung vor Gericht gestellt.

Mit extremistischen Szenen war der 37-Jährige türkischer Abstammung bislang aber nicht in Verbindung gebracht worden. Auch deshalb schließt die Justiz – trotz des Funds im Fluchtauto – andere Motive nicht aus. In den niederländischen Medien war aufgrund von Zeugenaussagen zuvor bereits über eine Beziehungstat spekuliert worden.

Hinweise könnten auch die beiden anderen Männer geben, die im Zusammenhang mit der Tat festgenommen worden waren. Sie sind 23 und 27 Jahre alt, stammen wie der Hauptverdächtige ebenfalls aus Utrecht und werden weiterhin vernommen.