Das in Seenot geratene Kreuzfahrtschiff Viking Sky hat einen sicheren Hafen erreicht. Das norwegische Fernsehen zeigte, wie Schlepper das 227 Meter lange Schiff in den Hafen der Stadt Molde brachten. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich der Nachrichtenagentur dpa zufolge noch etwa 900 Menschen an Bord. Mehr als 400 Passagierinnen und Passagiere waren zuvor mit Hubschraubern an Land geflogen worden.

Die Viking Sky hatte am Samstagnachmittag bei hohem Wellengang Probleme mit dem Antrieb bekommen. Aufnahmen von Bord zeigten, dass das Schiff heftig schwankte und Möbel durch die Räume rutschten. Der dpa zufolge wurden mindestens drei Menschen schwer verletzt. Das unter norwegischer Flagge fahrende Schiff befand sich auf dem Weg von Tromsø in Nordnorwegen nach Stavanger im Süden. 

Die Rettungsaktion per Hubschrauber ging nur langsam voran, weil die Passagiere einzeln hochgezogen werden mussten. Die fünf Helikopter hatten es teils mit schwierigen Einsatzbedingungen zu tun: Die Windböen waren stark, die Wellen über acht Meter hoch. Die meisten Passagiere an Bord des Kreuzfahrtschiffes stammen laut Polizei aus Großbritannien und den USA.

Chaos pur

"Es war Chaos pur", sagte der Amerikaner John Curry dem Rundfunksender NRK. "Wie der Hubschrauber vom Schiff an Land geflogen ist, daran möchte ich lieber nicht denken. Das war nicht schön." Die Passagierin Janet Jacob sagte, so etwas Angsteinflößendes sei ihr noch nie passiert. Als sie mit dem Hubschrauber an Land gebracht worden sei, habe es "wie bei einem Tornado" gewindet. Sie habe für die Sicherheit aller an Bord gebetet, so Jacob.

Auch die neun Besatzungsmitglieder eines im selben Küstengebiets ebenfalls in Seenot geratenen Frachters wurden laut Nachrichtenagentur NTB mittlerweile in Sicherheit gebracht. Der Frachter war nach Angaben des norwegischen Rundfunks auf dem Weg zur Viking Sky, um zu helfen. Bei dem Frachtschiff Hagland Captain war ebenfalls der Motor ausgefallen.

Zahlreiche Inseln und Riffe

Die Geretteten kamen in ein Notaufnahmezentrum nahe dem Ort Hustadt, rund 500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Oslo. Die Verletzten wurden in drei Krankenhäuser gebracht.

Der Rundfunksender NRK zeigte Aufnahmen der Viking Sky in starkem Wellengang im Küstenabschnitt Hustadvika, in dem es zahlreiche kleine Inseln und Riffe gibt. Hustadvika liegt bei Kristiansund an der zentralen Westküste Norwegens und gilt als gefährliches Seegebiet. Dort ist es in der Vergangenheit schon häufiger zu Schiffsunfällen gekommen.

Korrekturhinweis: Die Ortsangabe Hustadt im vorletzten Absatz wurde nachträglich ergänzt.