Zehn Jahre nach dem Amoklauf an einer Realschule findet im schwäbischen Winnenden eine Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer statt. Um 9.33 Uhr – der Zeit, als 2009 der erste Notruf bei der Polizei einging – läuten in der Kleinstadt in der Nähe von Stuttgart alle Kirchenglocken. An einer Gedenkstätte werden Namen und Alter der Getöteten verlesen. Auch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) nimmt an den Feierlichkeiten teil.

Am 11. März 2009 war ein ehemaliger Schüler der Albertville-Realschule in das Schulgebäude eingedrungen und hatte mit einer Pistole seines Vaters acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Lehrerinnen während des Unterrichts getötet. Auf seiner anschließenden Flucht in die nahe gelegene Stadt Wendlingen erschoss der 17-Jährige drei weitere Menschen und sich selbst.

"Die Opfer mahnen uns, dass Gewalt und Waffen keine Problemlösungen sind."

Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, aber auch von der Polizei fordern indes strengere Regeln für den Besitz von Schusswaffen. Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, äußerte sich gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Die Opfer mahnen uns, dass Gewalt und Waffen keine Problemlösungen sind." Um zu verhindern, dass Waffen in die falschen Hände gerieten, sei ein "rigides Waffenrecht" erforderlich.

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, sagte dem Nachrichtennetzwerk: "Auch zehn Jahre nach dem schrecklichen Amoklauf von Winnenden hat die Bundesregierung immer noch nicht die notwendigen Konsequenzen gezogen und den privaten Besitz von Schusswaffen schärfer reglementiert."