Bei einem bewaffneten Angriff auf das Ministerium für Kommunikation in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind elf Menschen getötet worden. Das Innenministerium teilte mit, vier Zivilisten sowie drei Sicherheitskräfte seien bei dem Terrorakt gestorben. Außerdem kamen demnach alle vier Angreifer um. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand.

Dem Innenministerium zufolge waren die Bewaffneten nach einer Explosion in die Behörde gestürmt. Das Gebäude gilt als das höchste in der afghanischen Hauptstadt. Da Samstag ein Arbeitstag ist, war es voll besetzt. Angestellte flohen Berichten zufolge in Panik in die oberen Stockwerke. Das Innenministerium teilte mit, mehr als 2.000 Mitarbeiter seien schließlich in Sicherheit gebracht worden.

Sowohl die Taliban als auch die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) haben in Kabul schon mehrfach tödliche Anschläge verübt. Beim blutigsten Attentat des vergangenen Jahres war ein mit Sprengstoff beladener Rettungswagen im Stadtzentrum explodiert. Dabei starben mehr als 100 Menschen.

Gespräche zwischen USA und Taliban

Dem Angriff waren allerdings relativ ruhige Monate vorausgegangen. In dieser Zeit gab es mehrere Gespräche zwischen Vertretern der USA und der radikalislamischen Taliban. Die Beratungen sollen den Weg ebnen für formelle Friedensverhandlungen zwischen den Extremisten und der afghanischen Regierung und den mehr als 17 Jahre andauernden Krieg beenden

Erst am Donnerstag war ein für dieses Wochenende in Doha geplantes innerafghanisches Treffen im Streit über die Zusammensetzung der afghanischen Verhandlungsdelegation abgesagt worden.

Die Taliban, die gegen die vom Westen unterstützte afghanische Regierung kämpfen, hatten zudem vor zwei Wochen, wie bereits in vergangenen Jahren, ihre Frühjahrsoffensive angekündigt. Landesweit kam es zu Gefechten mit der Armee. In der Hauptstadt Kabul dagegen gab es in den vergangenen Wochen keine größeren Angriffe auf zivile Ziele.