Bei einem Busunglück auf der portugiesischen Insel Madeira sind laut offiziellen Angaben 29 Menschen getötet worden. Unter den Opfern sind zahlreiche Deutsche. Der portugiesischen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa sagte, nach seinen Informationen handele es sich bei allen Toten um Deutsche. "Ich drücke in diesem tragischen Moment den Schmerz und die Solidarität aller Portugiesen aus", sagte der Staatschef.

Die Bundesregierung reagierte bestürzt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte: "Mit Trauer und Bestürzung denke ich an unsere Landsleute und alle anderen Menschen, die von dem fürchterlichen Busunglück auf Madeira betroffen sind. Meine aufrichtige Anteilnahme gilt vor allem all den Familien, die in diesem Unglück ihre Liebsten verloren haben." Sie hoffe mit den Verletzten und ihren Angehörigen, die um sie bangten, dass sie die körperlichen wie seelischen Folgen überwinden könnten.

"Entsetzliche Nachrichten erreichen uns aus Madeira", twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Unsere tiefe Trauer gilt all denen, die in dem verunglückten Bus ihr Leben verloren haben, unsere Gedanken sind bei den Verletzten." Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein. Besorgte Angehörige können sich unter der Rufnummer 030/5000-3000 melden.

Der Fahrer des Busses mit rund 50 Personen hatte am frühen Mittwochabend auf der portugiesischen Urlaubsinsel offenbar in einer Kurve die Kontrolle über den Bus verloren, der daraufhin einen Abhang hinunter in ein Wohnviertel stürzte. Zum Zeitpunkt des Unglücks, etwa 18.30 Uhr Ortszeit, war das Wetter gut und auch die Sonne war noch nicht untergegangen.  

Auf Bildern war zu sehen, wie der weiße Reisebus völlig zerstört auf der Seite und teilweise auf einem roten Ziegeldach lag. Der Busfahrer und der Reiseleiter – beides Portugiesen – hätten verletzt überlebt, so der Bürgermeister. Zwei Dutzend Rettungswagen waren im Einsatz, die Polizei riegelte den Unglücksort weiträumig ab.

Die Regionalregierung ordnete eine dreitägige Trauerzeit für die Insel an. Diese gelte von Donnerstag bis Samstag, hieß es in einer Erklärung des Regierungsrats der Autonomen Region Madeira. Demnach werden die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden auf Madeira während der drei Tage auf halbmast gesetzt.