Der preisgekrönte deutschstämmige Fotograf Michael Wolf ist tot. Er sei am Mittwoch in seiner Wohnung im Schlaf gestorben, teilte Sarah Greene, Direktorin einer Kunstgalerie in Hongkong, mit. Zur Todesursache sagte sie nichts. Greene hatte eng mit dem Künstler zusammengearbeitet, half bei der Führung von dessen Studio und organisierte einige seiner Ausstellungen und Buchveröffentlichungen. Wolf wurde 64 Jahre alt.

Michael Wolf bei der Ausstellung von "Tokyo Compression" © Jeff Spicer/Getty Images for Prix Pictet

Bekanntheit erlangte Wolf vor allem für Fotografien von Megastädten. Tokio, Chicago und Paris fing er für seine Arbeiten ein, doch seine Lieblingsstadt war nach Greenes Angaben Hongkong, wo er seit 1994 lebte. Er brachte etliche Publikationen heraus, etwa den Bildband "Architecture of Density" von 2012, der die dichte urbane Entwicklung Hongkongs demonstriert.

Geboren wurde Wolf in München, er wuchs in den USA und Kanada auf, für seine Ausbildung kehrte er eine Zeit lang wieder nach Deutschland zurück. An der Folkwang Universität der Künste in Essen studierte er bei dem bedeutenden deutschen Fotografen Otto Steinert, wie auf seiner Webseite geschildert wird.

Eine Fotografie der Reihe "Architecture of Density", die in Hongkong entstanden ist. © Blue Lotus Gallery via AP/dpa

Den Großteil seiner beruflichen Karriere verbrachte Wolf in Asien. Er war zunächst als Fotojournalist tätig, unter anderem arbeitete er acht Jahre lang für den Stern. Ab 2001 verlegte er sich auf eigene Projekte. 2005 und 2010 gewann er jeweils einen ersten Preis beim Wettbewerb um das Weltpressefoto.