Der Brand von Notre-Dame hat weltweit Entsetzen ausgelöst. Politikerinnen und Politiker bekundeten in ersten Reaktionen ihr Mitgefühl. "Notre-Dame von Paris ist Notre-Dame von ganz Europa", schrieb EU-Ratspräsident Donald Tusk auf Twitter. "Wir stehen heute alle an der Seite von Paris."

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte: "Notre-Dame gehört der ganzen Menschheit. Welch trauriger Anblick." Auch der Vatikan reagierte bestürzt: "Der Heilige Stuhl hat die Nachricht des entsetzlichen Brandes, der die Kathedrale von Notre-Dame, Symbol der Christenheit in Frankreich und der Welt, verwüstet hat, mit Schock und Trauer aufgenommen", erklärte Papst-Sprecher Alessandro Gisotti.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron besuchte am späten Montagabend den Ort des Geschehens und versicherte: "Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen. Es ist das Epizentrum unseres Lebens." Dabei kann er mit privater Unterstützung rechnen: Die französische Milliardärsfamilie Pinault will 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau spenden, teilte François-Henri Pinault mit, der Chef des Luxusmodekonzerns Kering.

Audrey Azoulay, die Chefin der UN-Kulturorganisation Unesco, sagte in der Nähe von Notre-Dame zu Reportern: "Notre-Dame ist ein Symbol für die ganze Welt. Wir sind schon mit dem Kulturministerium und der Kirche in Kontakt. Wir brauchen eine sehr schnelle Beurteilung der Schäden. Es müssen in den ersten Stunden strategisch wichtige Entscheidungen getroffen werden." Der französische Premierminister Édouard Philippe hatte zuvor angesichts des Feuers auf Twitter geschrieben: "Unsere Traurigkeit ist unbeschreiblich."

Paris - Notre-Dame in Flammen In der Kathedrale Notre-Dame in Paris ist ein Feuer im oberen Bereich des Gebäudes ausgebrochen. Über die Ursache war zunächst nichts bekannt. Ein Video vom Brand © Foto: Francois Guillot / AFP / Getty Images

"Unsere Gedanken sind in Paris"

Das Feuer hat die Kathedrale Notre-Dame in der französischen Hauptstadt stark verwüstet. Über Stunden schlugen am Montagabend Flammen aus dem Dachstuhl des Pariser Wahrzeichens. Der kleine Spitzturm in der Mitte des Dachs brach zusammen. Aus den beiden großen Türmen der Kathedrale drang schwarzer Rauch. Die Feuerwehr äußerte sich am späten Abend aber zuversichtlich, dass die Struktur von Notre-Dame gerettet und in ihrer Gesamtheit bewahrt werden kann. Notre-Dame ist eine der wichtigsten Pariser Touristenattraktionen und wird jährlich von Millionen Menschen besucht.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb: "Wir hoffen, dass möglichst viele Teile des reichen kulturellen Erbes erhalten werden können und denken an alle Einsatzkräfte, die hoffentlich bei ihrer wichtigen und selbstlosen Arbeit unverletzt bleiben." Steffen Seibert, der Sprecher der Bundesregierung, teilte für Bundeskanzlerin Angela Merkel mit: "Es tut weh, diese schrecklichen Bilder der brennenden Notre-Dame zu sehen. Notre-Dame ist ein Symbol Frankreichs und unserer europäischen Kultur. Mit unseren Gedanken sind wir bei den französischen Freunden."

"Unsere Gedanken sind in Paris", hieß es auch von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz: "Schockierende Bilder aus Paris. Ein Wahrzeichen, Weltkulturerbe und eines der schönsten Bauwerke der französischen Geschichte. Notre-Dame steht in Flammen. Wir hoffen, dass kein Mensch verletzt ist."

US-Präsident Donald Trump twitterte: "So schrecklich, das verheerende Feuer an der Notre-Dame-Kathedrale in Paris zu sehen. Vielleicht könnten fliegende Wassertanks eingesetzt werden, um es zu löschen. Es muss schnell gehandelt werden!" Sein Amtsvorgänger Barack Obama erklärte: "Es liegt in unserer Natur zu trauern, wenn wir sehen, wie Geschichte verlorengeht – aber es liegt auch in unserer Natur, für morgen wieder aufzubauen, so stark wir können."