Die Polizei in Nordrhein-Westfalen ist am Mittwochmorgen mit einem Großaufgebot gegen die irakische Rockerorganisation Al-Salam-313 vorgegangen. Der Einsatz richtete sich gegen 34 Beschuldigte der Organisation, sagte eine Sprecherin der Essener Polizei, die die Durchsuchungen gemeinsam mit der Essener Staatsanwaltschaft leitete.

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul (CDU) durchsuchten 800 Polizistinnen und Polizisten insgesamt 49 Wohnobjekte. Dabei habe es eine Festnahme gegeben. Nun müssten die zahlreichen beschlagnahmten Beweismittel ausgewertet werden.

Der Schwerpunkt des Großeinsatzes befand sich nach Angaben der Polizei im Raum Köln und dem Ruhrgebiet. In Essen, Dortmund, Hünxe, Siegburg und sieben weiteren Städten durchsuchten die Einsatzkräfte seit 5.00 Uhr Räume von Mitgliedern der Organisation. An der Razzia waren nach Polizeiangaben auch Spezialeinheiten und Fahnder des Staatsschutzes beteiligt. Der Einsatz sei ohne Zwischenfälle verlaufen.

Gegen die Gruppe werde seit geraumer Zeit ermittelt, sagte ein Sprecher der Polizei. Den Mitgliedern der Organisation wird unter anderem Handel mit Waffen und Betäubungsmitteln vorgeworfen. Daneben gehe es um Schleuserkriminalität, gefälschte Ausweise und Sprachzertifikate. NRW-Innenminister Reul zufolge handelt es sich bei der eher unbekannten Organisation Al-Salam-313 um eine Art Clan. Mit der Razzia, die über Monate vorbereitet worden sei, sei den Ermittlern "ein erfolgreicher Schlag gegen die organisierte Kriminalität" gelungen.