Nach den Prügelattacken im bayerischen Amberg Ende 2018 muss einer der vier angeklagten Asylbewerber ins Gefängnis. Das Amtsgericht verurteilte einen 18 Jahre alten Iraner zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten. Die übrigen drei Beschuldigten erhielten Bewährungsstrafen zwischen sechs und dreizehn Monaten. Auch sie wurden nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die vier hatten während des Prozesses in ausführlichen Erklärungen gestanden, Ende vergangenen Jahres betrunken durch die Amberger Innenstadt gezogen zu sein und dabei grundlos auf Passanten eingeprügelt zu haben. Sie sollen 21 Personen angegriffen haben, von denen 15 verletzt wurden. Vor Gericht mussten sich die zur Tatzeit 17 bis 19 Jahre alten Heranwachsenden aus Afghanistan und dem Iran wegen verschiedener Körperverletzungsdelikte, Nötigung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.

Ihre Übergriffe hatten seinerzeit für Schlagzeilen gesorgt und eine bundesweite Debatte über eine konsequentere Abschiebung von ausländischen Straftätern ausgelöst. Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) teilte damals mit, der Asylantrag des nun zu einer Jugendstrafe verurteilten Iraners sei im Februar 2018 abgelehnt worden. Der junge Mann war demnach zum Tatzeitpunkt ausreisepflichtig, das Abschiebungsverfahren lief. Einer der drei zu einer Bewährungsstrafe verurteilten Afghanen war zum Tatzeitpunkt minderjährig und das Bundesamt für Asyl und Flüchtlinge hatte für ihn ein Abschiebeverbot ausgesprochen. Die beiden anderen waren volljährig. Sie befanden sich in einem laufenden Asylverfahren, weswegen ihre Abschiebung ebenfalls nicht möglich war.

Nach den Attacken gab es auch Meldungen über eine rechte Bürgerwehr in der Stadt. Dahinter steckte aber wohl nur eine PR-Aktion weniger NPD-Mitglieder, die für kurze Zeit mit Schutzwesten in Amberg posierten.