Im vergangenen Jahr sind von den deutschen Behörden mehr fremdenfeindliche und antisemitische Straftaten registriert worden. Die Zahl der fremdenfeindlichen Taten stieg um fast 20 Prozent auf rund 7.700, wie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bei der Vorstellung der Statistik zur politisch motivierten Kriminalität mitteilte. Der Anstieg der antisemitisch motivierten Straftaten fiel mit 19,6 Prozent ähnlich hoch aus: Seehofer zufolge waren knapp 90 Prozent der 1.799 antisemitischen Straftaten des vergangenen Jahres rechtsmotiviert.

Einen noch größeren Anstieg registrierten die Behörden bei Straftaten, die in Zusammenhang mit politischen Konflikten im Ausland stehen. So kam es beispielsweise nach Beginn der türkischen Militäroffensive im syrischen Afrin zu Angriffen auf mehrere Einrichtungen, die von Türkeistämmigen besucht werden.

Insgesamt haben die politisch motivierten Straftaten im vergangenen Jahr mit 36.062 registrierten Straftaten leicht abgenommen. Dem Innenministerium zufolge sind die Zahlen aber immer noch auf dem dritthöchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2001.

Viele Straftaten sind rechtsmotiviert

Rechtsextremistische Straftaten blieben laut Statistik mit 20.431 registrierten Fällen auf Vorjahresniveau und machten damit weiterhin etwas mehr als die Hälfte aller registrierten Straftaten aus. Weiter rückläufig sind laut BKA dabei Angriffe auf Asyl- und Flüchtlingsunterkünfte. Sie lagen im vergangenen Jahr bei 173, laut Seehofer ein Rückgang um über 80 Prozent in zwei Jahren.

Linksextremistische Straftaten gingen laut Statistik im Vergleich zu 2017 um mehr als 18 Prozent auf 7.961 Taten zurück.

Die Zahl der Delikte radikaler Islamisten ging ebenfalls zurück. Das könnte nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden damit zusammenhängen, dass die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak zurückgedrängt wurde. Nach Seehofers Einschätzung geht aber weiter eine große Gefahr vom islamistischen Terrorismus aus.

Laut Bundeskriminalamt wurden 2018 bundesweit 910 Straftaten mit islamfeindlichem Hintergrund erfasst. Im Vorjahr zählten die Behörden noch 1.075 Delikte. Die Zahl der christenfeindlichen Taten fiel gering von 129 auf 121.