Der frühere Filmproduzent Harvey Weinstein hat offenbar eine vorläufige Einigung erzielt, um Gerichtsverfahren wegen sexueller Belästigung zahlreicher Frauen abzuwenden. Das berichten unter anderem das Wall Street Journal und die New York Times. Demnach würde Weinstein 44 Millionen Dollar (39,4 Millionen Euro) zahlen, um die mutmaßlichen Opfer zu entschädigen.

Die Vereinbarungen sollen er und die Leitung seines ehemaligen Filmstudios mit der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft geschlossen haben. Unterzeichnet sei der Deal noch nicht. Nicht davon betroffen ist ein strafrechtliches Verfahren wegen mutmaßlicher Vergewaltigung und anderer sexueller Vergehen gegen zwei Frauen, das in Manhattan gegen Weinstein geführt wird.

Mehr als 100 Frauen haben Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen, die größtenteils zivilrechtlich verhandelt werden. Unter ihnen sind Filmstars wie Angelina Jolie, Salma Hayek und Ashley Judd. Die Berichterstattung über die Vorwürfe im Herbst 2017 war einer der Auslöser für die #MeToo-Bewegung und damit für eine weltweite Debatte über sexuelle Belästigung.

Weinstein hatte sich Ende Mai den Behörden in New York gestellt. Strafrechtlich angeklagt ist er nur in den Fällen zweier Frauen; viele der übrigen Fälle sind verjährt. In dem Verfahren droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Der Prozess ist für September angesetzt, Weinstein hat alle Vorwürfe abgestritten.