Beim Untergang eines Flüchtlingsbootes im Mittelmeer sind offenbar viele Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der tunesischen Behörden starben mindestens drei Menschen, Dutzende weitere würden vermisst. Die UN-Migrationsbehörde sprach von 50 Toten.

Die staatliche tunesische Nachrichtenagentur TAP meldete, 70 Menschen seien ertrunken und 16 gerettet worden. Ihr Boot sei rund 74 Kilometer vor der Küste Tunesiens gesunken. Fischerboote seien zu Hilfe gekommen und hätten die Überlebenden an Bord genommen.

Insgesamt hätten sich nach Angaben der Überlebenden 60 bis 70 Menschen an Bord des Schiffes befunden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Das Unglück habe sich in internationalen Gewässern ereignet. 

Immer wieder ertrinken Flüchtlinge im Mittelmeer beim Versuch der Überfahrt von Libyen in die EU. Das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR ging im Januar von durchschnittlich sechs Toten pro Tag aus. Insgesamt mindestens 2.275 Tote waren es demnach im vergangenen Jahr, Hunderte weitere in diesem Jahr. Es wird vermutet, dass viele weitere Bootsunglücke nicht bekannt wurden.

Flüchtlinge im Mittelmeer - Das Sterben geht weiter Aus dem Archiv: Immer wieder sinken Flüchtlingsboote im Mittelmeer. Der "Lifeline"-Kapitän Claus-Peter Reisch spricht im Video über seine Beweggründe, Menschen aus dem Meer zu retten. © Foto: Aris Messinis/AFP/Getty