Die Bilder von Yvonne Most sind das Ergebnis einer Spurensuche. In ihnen setzt sich die Fotografin mit ihren familiären Wurzeln im Sudetenland auseinander; sie zeigt die Region, die Landschaft und die Menschen – mal in Tracht, mal in Alltagskleidung, oft abweisend oder in sich gekehrt. Aus den Details, die sie vorfindet, setzt sie die Geschichte ihrer Familie zusammen, die geprägt ist von Flucht, Vertreibung und Vergessen. Mosts Bilder halten die Bruchstücke fest und schaffen daraus etwas Neues.

Spitzenkragen und Tracht signalisieren: Hier geht es um Identität, um Kultur und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Doch die porträtierten Menschen haben ihre Heimat verloren und die Landschaften auf ihren Bildern ihre Bewohner. Die seither vergangene Zeit hat Menschen und Land verändert.

In ihrem im Kehrer Verlag erschienenen Band Die Erinnerungen der Anderen kombiniert Most ihre eigenen Bilder auch mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen des sudetendeutschen Amateurfotografen Josef Grossmann aus den Zwanziger- und Dreißigerjahren. Durch die historischen Aufnahmen entsteht erst die Auseinandersetzung mit dem, was verloren ging.

Wir zeigen eine Auswahl von Mosts neuen Fotos.