Bundeswehr - Flugschreiber von abgestürzten Eurofightern gefunden Nach dem Absturz zweier Eurofighter in Mecklenburg-Vorpommern sucht die Bundeswehr weiter nach der Absturzursache. Laut Luftwaffe wurden die Flugschreiber sichergestellt. © Foto: Christophe Gateau/dpa

Nach dem Absturz von zwei Eurofightern in Mecklenburg-Vorpommern sind die beiden Flugdatenschreiber gefunden und geborgen worden. Das teilte die Luftwaffe auf Twitter mit. Nun müssten die Daten ausgewertet werden.

Hunderte Bundeswehrsoldaten durchkämmten zudem am Dienstag die Region um die Absturzstellen in Mecklenburg-Vorpommern auf der Suche nach weiteren Wrackteilen. Ein Mitarbeiter der Gemeinde Nossentiner Hütte hatte in unmittelbarer Nähe eines Kindergartens ein etwa 0,5 Meter langes Bauteil auf einem Sportplatz gefunden.

Die beiden Maschinen waren am Montag in der Region Malchow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bei einer Luftkampfübung kollidiert. Die zum Teil brennenden Eurofighter fielen nach der Kollision in ein Waldstück nordöstlich des Fleesensees, eines Gewässers westlich der Stadt Waren an der Müritz. Beiden Piloten gelang es noch, die Schleudersitze zu aktivieren. Einer wurde von Rettungsmannschaften lebend aus einem Baum geborgen. Der zweite Pilot wurde später tot gefunden.

Der überlebende Pilot stand am Dienstag kurz vor seiner Entlassung aus einem Rostocker Krankenhaus. Er gilt als erfahrener Fluglehrer mit mehr als 3.700 Flugstunden Erfahrung. Der Getötete, ein 27-jähriger ausgebildeter Kampfpilot, habe rund 400 Stunden Flugerfahrung gehabt, twitterte die Luftwaffe.

Die beiden abgestürzten Jets gehörten zum Luftwaffengeschwader 73, das in Laage bei Rostock stationiert ist. Seine Hauptaufgabe ist die Ausbildung der Eurofighter-Piloten. In dieser Woche starten von dort voraussichtlich keine Jets mehr, wie ein Sprecher sagte. Da die Unglücksursache noch unklar sei, werde der Flugbetrieb ausgesetzt. Auch die Crews müssten den Vorfall erst verarbeiten.

Forderungen nach Verbot von militärischen Tiefflügen

Der Absturz der beiden Kampfjets hatte Diskussionen über die Einsatzbereitschaft der Eurofighter ausgelöst. Zudem wurde die Sicherheit von Tieffflügen über besiedelten Gebieten in Frage gestellt worden. So sprach sich etwa der Bürgermeister von Waren an der Müritz, Norbert Möller (SPD), für einen Verzicht auf militärische Übungstiefflüge in Urlauberregionen aus. "Viele Touristen haben kein Verständnis dafür, dass ausgerechnet rings um die Müritz solche Tiefflüge geübt werden", sagte Möller. Auch Landespolitiker von Linken und Grünen forderten ein Verbot oder zumindest eine kritische Prüfung der Tiefflüge.

Die Bundeswehr will hingegen nicht auf Luftkampfübungen über besiedelten Gebieten in Deutschland verzichten. Solche Flüge seien für die Einsatzbereitschaft der Besatzungen nötig, sagte der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, der Deutschen Presse-Agentur. "Den Flugbetrieb, um wirklich auch einsatzbereit zu sein, verlagern wir zum großen Anteil mittlerweile in den Simulator und auch ins Ausland", sagte der Generalleutnant.

Der CDU-Politiker Henning Otte verteidigte ebenfalls solche Übungen. "Die Bundeswehr muss dort üben, wo sie im Bedarfsfall auch verteidigt", sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Deutschlandfunk. Er äußerte Unverständnis über die Forderung der Linken im Schweriner Landtag, die Luftkampfübungen zu beenden.

Das Verteidigungsministerium wies zudem Spekulationen zurück, die Flugzeuge seien in keinem guten Zustand. So sei die Einsatzfähigkeit der Eurofighter heute deutlich gestiegen und liege nun bei 60 Prozent, sagte ein Sprecher. Wenn die Quote der einsatzbereiten Jets weiter Richtung 70 Prozent steige, sei Deutschland unter den besten Ländern.