Fast zwei Jahre nach dem rassistisch motivierten Anschlag auf eine Demonstration in der US-Stadt Charlottesville ist der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Bundesgericht in der Stadt sprach den 22 Jahre alten James Fields wegen mehrerer Hassverbrechen schuldig, wie die Washington Post und andere US-Medien übereinstimmend berichteten.

Fields entging der Todesstrafe, weil er sich schuldig bekannt hatte, mit einem Auto in eine Gruppe von Demonstranten gerast zu sein und dabei eine Frau getötet und Dutzende weitere Menschen verletzt zu haben. "Ich entschuldige mich für den Schmerz und den Verlust, den ich verursacht habe", sagte er vor der Bekanntgabe des Strafmaßes. Eine Geschworenenjury hatte Fields bereits im vergangenen Jahr in einem Verfahren des Bundesstaates Virginia des Mordes für schuldig befunden und für lebenslange Haft gestimmt.

Charlottesville - »Wir sind verletzt und gespalten« Die gewaltsamen Proteste von Rechtsradikalen haben bei den Menschen in Charlottesville Spuren hinterlassen. Schwarze und Juden fühlen sich unsicher, manche geben Donald Trump die Schuld. Eine Videoreportage aus dem Januar

Tausende Rechtsextreme waren im August 2017 nach Charlottesville gekommen, um gegen die geplante Entfernung des Denkmals von Südstaatengeneral Robert E. Lee zu demonstrieren. Die Bilder von Rechtsextremen, die mit Fackeln durch die Stadt marschierten, den Hitlergruß zeigten und antisemitische Parolen skandierten, sorgten weltweit für Entsetzen. James Fields raste mit seinem Auto in die Gegendemonstration, tötete dabei die 32-jährige Heather Heyer und verletzte 35 weitere Menschen. Der Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen, weil sich US-Präsident Donald Trump damals nicht eindeutig von den Rechtsextremen distanzierte. Trump sprach von "einigen sehr feinen Menschen auf beiden Seiten".

Zusätzlich zu der lebenslangen Haft wird im Juli noch das Strafmaß von Seiten des Staates Virginia wegen Mordes verhängt. In dem Fall hat die Staatsanwaltschaft lebenslang plus 419 Jahre Haft beantragt.