Die Bewegung Fridays For Future ruft zum Klimastreik in Aachen auf: Um 12 Uhr mittags sollen an diesem Freitag die Proteste beginnen, zu denen nach Angaben der Organisatoren bis zu 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 16 Nationen erwartet werden. Die Demonstrierenden fordern mehr Anstrengungen in der Klimapolitik und wollen darauf aufmerksam machen, dass der Klimaschutz eine globale Aufgabe ist. Außerdem weist das Netzwerk auf das angrenzende Rheinische Braunkohlerevier als große europäische CO2-Quelle hin. 

Die Proteste in Aachen stehen unter dem Motto "Climate Justice Without Borders – United for a Future" statt (Klimagerechtigkeit ohne Grenzen – Geeint für eine Zukunft). Zunächst ist ein Sternmarsch geplant, danach soll es eine Kundgebung vor dem Fußballstadion Aachener Tivoli geben. Am Samstag will Fridays For Future dann im Rahmen eines Aktionstags auch anderer Organisationen am Braunkohletagebau Garzweiler demonstrieren.

"Zerstörung unserer Lebensgrundlagen stoppen"

Die europäischen Staats- und Regierungschefs, die am Vorabend über ihre Klimapolitik berieten, konnten sich unterdessen nicht auf ein verbindliches neues Klimaziel einigen. Ursprünglich war geplant, dass die EU-Staaten sich zur Treibhausgasneutralität bis 2050 verpflichten. Für einen Beschluss wäre Einstimmigkeit notwendig gewesen, doch vor allem Polen, Ungarn und Tschechien waren dagegen. Am Ende rutschte die Treibhausgasneutralität in eine Fußnote der Abschlusserklärung. 

Das katholische Hilfswerk Misereor solidarisierte sich mit dem Anliegen der Protestbewegung. Drängende Probleme und Herausforderungen, die das Hilfswerk und seine Partnerorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika umtreiben, seien nach vorn auf die politischen und wirtschaftlichen Agenden gerückt. "Ökonomen, Politikerinnen und Politiker müssen umsteuern, um die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen noch rechtzeitig zu stoppen", sagte Misereor-Chef Pirmin Spiegel.

Zeitgleich zu den Protesten im Rheinland bereiten rund 3.000 Experten bei der UN-Klimakonferenz in Bonn den nächsten Weltklimagipfel im Dezember in Santiago de Chile vor. Dort soll sich etwas bewegen, denn die Zusagen aller Länder weltweit reichen nicht, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. In ihm hatten sich die Staaten der Welt verpflichtet, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen.