Die mexikanischen Behörden haben nach eigener Aussage 791 Migranten und Flüchtlinge in vier Sattelzügen im Süden des Landes entdeckt. Die Menschen seien in ein Auffanglager gebracht und die Fahrer festgenommen worden, wie die Einwanderungsbehörde mitteilte. Ein Video der Regierung zeigt, wie Beamte im Küstenstaat Veracruz das Schloss an einem der Lastwagen aufbrechen und Migranten heraushelfen.

In Mexiko werden Migranten regelmäßig in beladenen Lastwagen Richtung Norden gefahren. Die Bedingungen sind dabei oft lebensgefährlich, weil es nicht genügend Sauerstoff, kein Wasser und keine Lebensmittel gibt.  

Die Festnahmen in Veracruz seien Teil der Strategie des neuen Chefs der Einwanderungsbehörde, Francisco Garduño – ein ehemaliger Gefängnisdirektor, der sein Amt erst am Freitag angetreten hatte, teilte die Behörde mit. In den Norden und Süden Mexikos entsandte sie am Wochenende nach eigenen Angaben 1.000 Beamte. Bis Dienstag will die Regierung zudem 6.000 Nationalgardisten an der Südgrenze zu Guatemala postiert haben. Hintergrund ist der erhöhte Druck der Regierung von US-Präsident Donald Trump auf Mexiko, den Durchzug überwiegend aus Zentralamerika stammender Migranten über dessen Territorium zu unterbinden.

Die Nationalgarde ist eine neue Sicherheitseinheit, die von Präsident Andrés Manuel López Obrador nach seinem Amtsantritt im Dezember 2018 geschaffen wurde. Die Truppe nimmt noch Formen an und soll eigentlich die grassierende Gewalt in Mexiko eindämmen helfen. Seit Langem schon hätten Soldaten die Befugnis, Fahrzeuge nach Drogen oder Waffen zu durchsuchen, sagte einer der neuen Mitglieder der Nationalgarde. Nun dürften sie aber auch Fahrer und andere Personen verhaften, die Migranten ohne Papiere bei der Reise durch Mexiko helfen würden.

Mexiko dementiert Rücknahmeregelung

Unterdessen sorgt eine Zusatzvereinbarung zum Migrationsabkommen mit den USA für Streit in Mexiko. Außenminister Marcelo Ebrard bestritt, dass seine Regierung auf Druck der USA einer sogenannten Drittstaatenregelung zugestimmt habe. Das neue Dokument sehe bloß Beratungen über ein "verbindliches bilaterales Abkommen" zur Rücknahme von Asylbewerbern aus Drittstaaten vor. Dies sei aber keineswegs beschlossene Sache, sagte Ebrard.

Der Außenminister musste sich im Kongress den Fragen der Opposition stellen, nachdem seine Regierung die Zusatzvereinbarung mit den USA öffentlich gemacht hatte. US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt angedeutet, dass neben dem Migrationsabkommen noch eine "geheime" Regelung mit der mexikanischen Regierung vereinbart worden sei.

Am Dienstag zog Trump das Dokument in Papierform aus seiner Tasche und hielt es demonstrativ in die Höhe, als er Fragen von Journalisten zu den Inhalten des vor gut einer Woche mit Mexiko erzielten Abkommens beantwortete.

Ebrard sagte aber, bei der Zusatzvereinbarung handele es sich keineswegs um ein verpflichtendes Abkommen. In dem Dokument wird Mexiko aufgefordert, der Rücknahme von Flüchtlingen aus Drittländern zuzustimmen, die über sein Territorium in die USA gelangt sind. Dies gelte für den Fall, dass die USA nach Ablauf einer 45-tägigen Frist zu der Einschätzung kommen, dass es Mexiko nicht gelungen ist, die Migration in ausreichendem Maße einzudämmen.