Die Bevölkerung in Deutschland ist 2018 um 227.000 Bürgerinnen und Bürger gewachsen. © Gina Wetzler/​Getty Images

Mit knapp über 83 Millionen Menschen hat Deutschland so viele Einwohner wie nie zuvor. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Demnach wuchs die Bevölkerung im vergangenen Jahr um 227.000 Bürger oder 0,3 Prozent. Die Einwohnerzahl stieg den Angaben zufolge erstmals knapp über die Marke von 83 Millionen – die exakte Zahl lag zum Jahresende bei 83,0192 Millionen.

Als Ursache für den Zuwachs nannte die Behörde unter anderem die Zuwanderung. Nach vorläufigen Ergebnissen seien 386.000 Menschen im Jahr 2018 mehr zu- als abgewandert. Zugleich habe die Zahl der Sterbefälle die der Geburten um 167.000 überschritten.

Im Vergleich zu den Vorjahren fiel das Bevölkerungswachstum allerdings langsamer aus: 2017 hatte es noch 271.000 betragen, im Jahr zuvor noch 346.000. Zudem gibt es regionale Unterschiede: Den größten Zuwachs verzeichnete Bayern mit 79.500 Menschen, gefolgt von Baden-Württemberg mit 46.100 und Berlin mit 31.300 Einwohnern. Prozentual war das Bevölkerungswachstum in Berlin (0,9 Prozent) sowie Bayern und Hamburg (jeweils 0,6 Prozent) am größten.

Bevölkerungszahl in Ostdeutschland leicht rückläufig

Auch zwischen Ost- und Westdeutschland zeigen sich Unterschiede: Mit Ausnahme des Saarlands wuchs die Bevölkerung in allen westlichen Bundesländern. In Ostdeutschland (ausgenommen Berlin) gab es dagegen nur in Brandenburg ein Bevölkerungswachstum (7.900 Menschen). In den anderen Ländern in Ostdeutschland war die Bevölkerungszahl rückläufig oder nahezu konstant. Insgesamt nahm die Bevölkerung der neuen Bundesländer (ohne Berlin) um 19.800 Personen (-0,2 %) ab. Die Zahlen zeigten weiter ein Ost-West-Gefälle, teilte das Bundesamt mit.  

Mitte Juni hatte bereits eine Studie des ifo Instituts gezeigt, dass in Ostdeutschland so wenige Menschen leben wie seit 1905 nicht mehr. Gleichzeitig zählt das Gebiet der alten Bundesrepublik so viele Einwohner wie niemals zuvor in der Geschichte. Die Autoren der Studie hatten das unter anderem auf die Massenflucht aus Ostdeutschland von 1949 bis zum Mauerbau im Jahr 1961 zurückgeführt. Darüber hinaus machen sie die fehlende Zuwanderung junger Gastarbeiter in den Sechziger- und frühen Siebzigerjahren in der damaligen DDR für den Unterschied zu Westdeutschland verantwortlich. Auch die Abwanderung nach der Wende vor 30 Jahren habe zur unterschiedlichen Bevölkerungsentwicklung beigetragen. 

Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung stieg laut den Zahlen des Statistischen Bundesamts zum Jahresende 2018 im Vergleich zum Jahresende 2017 von von 11,7 auf 12,2 Prozent. Damit lebten Ende 2018 72,9 Millionen deutsche (-0,3 % gegenüber dem Vorjahr) und 10,1 Millionen ausländische Bürger (plus 4,2  Prozent gegenüber dem Vorjahr) in Deutschland.

Bei den Zahlen zur Zuwanderung und zum Geburtendefizit handelt es sich nach Angaben des Bundesamts um vorläufige Ergebnisse. Gegenüber den endgültigen Ergebnissen könne es noch zu Verschiebungen kommen. Diese hätten aber keinen Einfluss auf die Bevölkerungszahlen. Die endgültige Statistik zur Zuwanderung wird Mitte Juli veröffentlicht, die Geburten- und Sterbefallstatistik Mitte August.