Die Bundespolizei ist in vier Bundesländern gegen organisierte Scheinehen krimineller Banden vorgegangen. Mehr als 500 Beamte durchsuchten insgesamt 39 Objekte in Sachsen, Thüringen, Bayern und Rheinland-Pfalz. Die Ermittlungen hätten sich dabei auf den Großraum Leipzig konzentriert, teilte ein Polizeisprecher mit. Razzien fanden dort demnach in 30 Restaurants, Wohnungen und Imbissen statt.

Im Fokus der polizeilichen Ermittlungen stehen vor allem Staatsangehörige aus Pakistan und Indien. Sie sollen über Osteuropa und Zypern in die EU eingereist sein und dort gegen Bezahlung mit Frauen verheiratet worden sein, um anschließend als Ehepartner in Deutschland eine EU-Aufenthaltsgenehmigung zu erwirken. Dabei seien auch Arbeits- und Meldebescheinigungen gefälscht worden.

Für die Vermittlungen und Organisation der Scheinehen sollen zwischen 15.000 und 22.000 Euro bezahlt worden sein, so ein Polizeisprecher. Zwei Hauptverdächtige sollen für die Organisation und Behördengänge verantwortlich gewesen sein. Des Weiteren laufen Ermittlungsverfahren gegen 66 weitere Personen. Rund die Hälfte der Verdächtigen sei bisher vorläufig festgenommen worden, hieß es weiter.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig hatte 2017 die Ermittlungen aufgenommen, nachdem es erste Hinweise aus dem Ausland gab. Die Bundespolizei arbeitet in diesem Fall auch mit Europol zusammen. Bei der Großrazzia wurden nach Polizeiangaben unter anderem Heiratsurkunden, Mobiltelefone, Bargeld und Speichermedien sichergestellt.