Die Bürgerinitiative Letzte Werbung will die Deutsche Post verklagen, um sich gegen ungewollte Werbung zu wehren. Die Initiative kritisiert, dass Haushalte das wöchentliche Werbemagazin Einkauf aktuell bekommen, obwohl sie dem Erhalt schriftlich widersprochen haben.

 Mehr als 100 Betroffene hätten sich bereit erklärt, gegen die Deutsche Post vor Gericht zu gehen, um ihr "Recht auf Selbstbestimmung" einzuklagen, wie eine Sprecherin der Bürgerinitiative erklärte. Nun will die Initiative die Klage von zehn Betroffenen vorbereiten und den Gerichtsprozess finanzieren. "Die Post hat keinen Widerspruch akzeptiert", so die Sprecherin. Sie biete auch keinen Weg, um sich einfach von der unerwünschten Plastikpost abzumelden. Ziel sei es daher, einen Grundsatzentscheid beim Bundesgerichtshof (BGH) zu erwirken, dass ein für alle Mal kläre, dass man gegen ungewollte, nichtadressierte Werbung widersprechen könne.

Eigenen Angaben zufolge setzt sich die Initiative Letzte Werbung für die Reduktion von Papier- und Plastikmüll durch Werbung ein. So verbreitet die Initiative auch Aufkleber mit der Aufschrift "Keine Werbung" für Briefkästen. Sie kritisiert, dass Werbeblätter wie die in Plastik eingeschweißte Wurfsendung Einkauf aktuell für große Mengen an Plastikmüll und Altpapier verantwortlich seien. Rund 20 Millionen Exemplare der Werbeprospekte liefert die Post wöchentlich aus.

"Keine-Werbung"-Aufkleber reicht laut Post aus

Ein Sprecher der Deutschen Post sagte, der Konzern sei sich der Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst und versuche kontinuierlich, die Produkte "so umweltfreundlich wie möglich" zu gestalten. So seien die Plastikfolien mittlerweile deutlich dünner als früher. Außerdem seien sie nötig, damit die Werbung "frei von Nässe und Schmutz" im Briefkasten lande, erklärte die Post.

Des Weiteren wies die Post darauf hin, dass ein schriftlicher Widerspruch nicht notwendig sei. Demnach würde ein "Keine-Werbung"-Aufkleber auf dem Briefkasten ausreichen, um zum Beispiel Einkauf aktuell nicht mehr zu erhalten. Eine schriftliche Kündigung sei indes nicht möglich, da man in dem Massengeschäft keine einzelnen Empfänger von der Namensliste streichen könne, speziell wenn es um unadressierte Zusendung ginge.