Der Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Nähe von Lübtheen hat sich auf rund 600 Hektar ausgeweitet. Das größte Problem seien nach wie vor der Wind und die anhaltende Trockenheit, sagte ein Sprecher des Landratsamts Ludwigslust-Parchim.

Die Feuerwehr will noch mehr Schneisen in das munitionsbelastete Gebiet schlagen, die Zahl der Löschhubschrauber soll auf acht verdoppelt werden. Auch zehn Wasserwerfer sollten zum Einsatz kommen, um etwa die Schneisen zu wässern. Vier Ortschaften wurden bislang geräumt – Alt Jabel, Jessenitz-Werk, Trebs und Volzrade – wodurch mehr als tausend Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Die Orte liegen knapp 50 Kilometer südwestlich von Schwerin.

Bei dem Feuer handelt es sich um den größten Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Die Löscharbeiten gestalten sich wegen der im Boden lagernden Munition auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz besonders schwierig. Zudem liegen auf dem Gelände laut Umweltminister Till Backhaus (SPD) große Mengen Sprengmittel aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Bei Lübtheen habe die Marine ihr Munitionshauptlager unterhalten, das 1945 gesprengt worden sei. Dabei sei die Munition aber nicht vollständig explodiert, so Backhaus.

Deswegen können sich die Einsatzkräfte zu ihrem eigenen Schutz den Brandherden nur auf 1.000 Meter nähern. Immer wieder kommt es im Brandgebiet zu Detonationen.