In Mecklenburg-Vorpommern brennen 600 Hektar Wald. Mehr als 2.000 Einsatzkräfte versuchen, den wohl größten Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes einzudämmen.

Wo brennt es?

Auf dem früheren Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern. Bemerkt wurde das Feuer bereits in der vergangenen Woche. Betroffen war zunächst ein Gebiet von etwa sechs Hektar. Am Freitag hatte die Feuerwehr gemeldet, dass das Feuer unter Kontrolle gebracht worden sei. Wegen der hohen Temperaturen und der starken und drehenden Winde flammte der Brand allerdings am Sonntag erneut auf und breitete sich auf 400 Hektar aus. Seit dem 2. Juli brennt es auf einer Fläche von etwa 600 Hektar.

Nach oben Link zum Beitrag

Welche Gefahren bestehen?

Der frühere Truppenübungsplatz ist mit Altmunition und Blindgängern belastet, daher kommt es immer wieder zu Detonationen. Laut Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) befinden sich auf dem Gebiet zudem große Mengen Sprengmittel aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Bei Lübtheen habe die Marine ihr Munitionshauptlager unterhalten, das 1945 gesprengt worden sei. Dabei sei die Munition aber nicht vollständig detoniert. Stichproben lassen laut Backhaus auf eine Menge von 45 Tonnen pro Hektar schließen, die sich noch im Boden befinden.

Die Feuerwehrleute dürfen sich den Brandherden daher nur auf 1.000 Meter nähern. Zusätzlich erschwert werden die Löscharbeiten weiterhin durch die hohen Temperaturen und den starken Wind. In dem Gebiet befinden sich zudem alte Kiefernbestände, in denen sich zum Teil sehr trockenes Altholz befindet.

Nach oben Link zum Beitrag

Wie gefährlich ist die Rauchentwicklung?

Bei Waldbränden werden große Mengen pflanzlichen Materials verbrannt. Dadurch steigt laut Lungenärzten die Feinstaubbelastung – selbst in Entfernungen von 20 bis 40 Kilometern. Besonders für ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen, also Asthmatiker oder Allergikerinnen, und Kleinkinder kann das eine hohe Belastung darstellen, sagt Hans-Richard Paschen ZEIT ONLINE. Er ist stellvertretender Bundesfeuerwehrarzt und als solcher häufig an der medizinischen Versorgung von Brandbetroffenen beteiligt. Laut Paschen sind vor allem die Schadstoffe im Brandrauch gefährlich, also hauptsächlich Kohlenstoffdioxid, Feinstaub und Kohlenmonoxid. Sie können die Atemwege reizen und vergiften. 

Nach oben Link zum Beitrag

Welche Maßnahmen wurden getroffen?

Vier Ortschaften wurden evakuiert: Alt Jabel, Jessenitz-Werk, Trebs und Volzrade. Sie liegen knapp 50 Kilometer südwestlich von Schwerin. Mehr als 1.000 Menschen sind von der Räumung betroffen. Auch ein Ferienlager mit 100 Kindern wurde geräumt.

Die Feuerwehr will nun noch mehr Schneisen in das Waldgebiet schlagen. Dabei solle sie von der Bundeswehr unterstützt werden, die dafür zehn Räum- und Bergepanzer schicke, sagte der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD). Auch zehn Wasserwerfer sollten zum Einsatz kommen, um etwa die Schneisen zu wässern. Die Zahl der Löschhubschrauber sei auf acht verdoppelt worden.

Nach oben Link zum Beitrag

Ist die Brandursache schon bekannt?

Nein. Die Polizei geht aber von vorsätzlicher Brandstiftung aus. "Da Kräfte der Feuerwehr gleich mehrere Brandherde meldeten, besteht der Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung", hieß es in einer am Montag verbreiteten Mitteilung des zuständigen Polizeipräsidiums Rostock. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen aufgenommen und suche nach Zeugen.

Nach oben Link zum Beitrag