Der Waldbrand bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern ist weitgehend gelöscht. Stefan Sternberg (SPD), Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim und Chef des Einsatzstabes, erklärte den Einsatz für beendet und hob den Katastrophenalarm auf. Bei einem Kontrollflug seien keine offenen Feuer mehr entdeckt worden. 

Allerdings gebe es weiterhin Glutnester am Boden, die von bewässerten Schneisen eingezäumt sind, aber wieder aufflackern können. Daher werde man das Gebiet weiterhin beobachten. Für die sogenannte Brandnachsorge veranschlagt Sternberg mehrere Wochen. Da der Bund Eigentümer des Areals ist, auf dem das Feuer entfacht ist, liege die Verantwortung der Nachsorge bei der Bundesforstverwaltung. Das Betreten des Waldstückes sei weiterhin verboten.

Das Feuer war Ende Juni auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz 50 Kilometer südwestlich von Schwerin ausgebrochen. Laut Sternberg hatte sich der Brand auf 1.200 Hektar Wald ausgebreitet. Damit gilt er als größter Waldbrand Mecklenburg-Vorpommerns seit mehr als 70 Jahren. Zeitweilig hätten bis zu 3.200 Einsatzkräfte aus ganz Norddeutschland abwechselnd den Brand bekämpft.

Innenminister fordert Taskforce zur Brandbekämpfung

Die Löscharbeiten wurden erschwert, weil das Gebiet hochgradig mit Munition belastet ist. Die Feuerwehrkräfte konnten wegen detonierender Sprengkörper nicht zum Brandherd vordringen und nur vom Rand her ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Dörfer unterbinden. Vier Orte mussten daher vorübergehend geräumt werden. Inzwischen konnten aber alle Betroffenen wieder zurückkehren.

Inzwischen hat Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) den Aufbau einer nationalen Taskforce zur Bekämpfung von Großfeuern gefordert. Insbesondere bei Bränden auf munitionsbelasteten Flächen seien Spezialtechnik und gesondert geschulte Einsatzkräften notwendig, "um bereits im ersten Angriff dafür zu sorgen, dass eine Katastrophenlage gar nicht erst entsteht", erklärte Caffier.

Der Minister schlug vor, die Taskforce an die Katastrophenschutzeinheiten anzubinden. Dadurch sollen die Feuerwehren vor Ort, die meist ehrenamtlich arbeiten, unterstützt werden. Personal und Spezialtechnik wie geländegängige Lösch- oder Räumfahrzeuge sollten dafür dezentral in ganz Deutschland stationiert werden, so Caffier.