Über rund zwei Jahre hat offenbar ein Mitglied einer rechtsextremistischen Vereinigung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) gearbeitet. Das berichteten die Welt und der Spiegel. Das Bamf wolle das Beschäftigungsverhältnis beenden.

Der betroffene Mitarbeiter sei seit Frühsommer 2017 für das Bamf tätig gewesen. Nach Spiegel-Informationen arbeitete der Mann in einer Außenstelle des Flüchtlingsamts in Nordrhein-Westfalen als Bürosachbearbeiter. Er habe nicht über Asylanträge entschieden, sei aber an der Rücküberstellung von Asylbewerbern und -bewerberinnen in andere europäische Staaten beteiligt gewesen.

Der Mann sei ein Mitglied der neonazistischen Gruppe Hammerskins und zudem in der Rechtsrockszene aktiv. Den Hinweis auf die politische Gesinnung des Mitarbeiters habe der Verfassungsschutz von Nordrhein-Westfalen bereits vor mehreren Monaten gegeben. Daraufhin sei der Mitarbeiter umgehend freigestellt worden.

Vertreter des Bamf wollten sich zu dem Fall nicht äußern. Von der Behörde hieß es, es habe in der Vergangenheit bei wenigen Einzelfällen Verstöße gegen die Treuepflicht gegenüber dem Grundgesetz gegeben. In jedem dieser Fälle seien "entsprechende arbeitsrechtliche Konsequenzen" gezogen worden.