Knapp vier Monate nach dem Anschlag in einer Straßenbahn in Utrecht hat sich der mutmaßliche Täter öffentlich zu der Tat bekannt. "Ich bin kein Verdächtiger, ich habe die Tat gestanden", sagte der 37-Jährige im Gerichtssaal in Utrecht. Er wird verdächtigt, im März in einer Straßenbahn vier Menschen erschossen und mehrere verletzt zu haben.

Nach der Anhörung im Utrechter Bezirksgericht veröffentlichte die Staatsanwaltschaft eine Erklärung, in der sie aus einem handschriftlichen Brief des 37-jährigen zitiert. Darin schreibt der Angeklagte, er habe die Tat für seine Religion begangen

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass es deutliche Hinweise auf terroristische Motive für die Tat gebe. Sie verwies dabei auf ein Bekennerschreiben, demzufolge der Angeklagte im Namen des Islams gehandelt haben will.

Hauptverfahren beginnt erst noch

Vor Gericht berief sich der Mann zunächst auf sein Schweigerecht. Doch sagte er auf die Frage nach seinen Motiven, der Prophet werde lächerlich gemacht. "Niederländische Soldaten töten Muslime im Ausland, ihr seid minderwertig." Er erklärte, dass er das Gericht ablehne. "Ich bin kein Demokrat, ich erkenne eure Gesetze nicht an und eure Gerichte auch nicht."

Der Verdächtige wurde am 18. März Stunden nach der Tat festgenommen. Bei der Attacke waren drei Männer und eine Frau erschossen worden. Zwei weitere Personen waren schwer verletzt worden.

Beim ersten Gerichtstermin ging es zunächst um den Stand der Ermittlungen. Das Hauptverfahren soll voraussichtlich erst im nächsten Jahr beginnen.