Das Oberlandesgericht Dresden hat einen Angehörigen der rechten Terrorgruppe Oldschool Society (OSS) verurteilt. Der 39-Jährige erhielt wegen "mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung" eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten, wie das Gericht mitteilte. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte Marco K. war nach Auffassung des Gerichts an der Gründung der OSS im August 2014 beteiligt, gehörte ihr bis zur Auflösung im Mai 2015 an und unterstützte sie aktiv. Sein Geständnis sei strafmildernd gewertet worden.

Die Vereinigung mit zuletzt etwa 30 Mitgliedern in ganz Deutschland plante den Ermittlungen zufolge Brand- und Sprengstoffanschläge auf bewohnte Asylbewerberunterkünfte. Die OSS sei "national, völkisch, ausländerfeindlich und rassistisch" und habe Tote zumindest billigend in Kauf genommen. K. sei aktives Mitglied gewesen, habe jedoch keine wesentliche Position bekleidet, erklärte der Vorsitzende Richter Thomas Fresemann. K. behauptet, sich inzwischen vom Rechtsextremismus abgewandt zu haben.

Die Behörden hatten die OSS seit August 2014 überwacht. Vier führende Köpfe waren Anfang Mai 2015 im sächsischen Borna festgenommen worden. Vier Männer wurden zudem im März 2017 vom Oberlandesgericht München zu drei bis fünf Jahren Haft verurteilt. Am OLG Dresden läuft seit Februar ein zweites Strafverfahren gegen zwei weitere mutmaßliche OSS-Mitglieder.