Bei den ersten großen Waldbränden in Portugal in diesem Jahr sind 20 Menschen verletzt worden. Im Bezirk Castelo Branco, rund 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon, waren gleich mehrere Feuer am Wochenende ausgebrochen. Die Feuerwehr war mit rund 1.800 Leuten und 400 Fahrzeugen im Einsatz, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Am gefährlichsten war die Lage in der Gemeinde Vila de Rei. Dort erstreckte sich das Feuer über 25 Kilometer.

Innenminister Eduardo Cabrita sagte, die Ursache für die Waldbrände werde noch ermittelt. Auch ob es sich um Brandstiftung handele, werde geprüft. "Es ist seltsam. Wie kann es sein, dass fünf so große Brände in so nah beieinander gelegenen Regionen ausbrechen konnten?", fragte Cabrita. Inzwischen sei nur noch das Feuer in Vila de Rei aktiv.

Zwei weitere Waldbrände, die am Samstag ausgebrochen waren, konnten über Nacht unter Kontrolle gebracht werden. Mehrere kleine Ortschaften waren über Nacht vorsorglich evakuiert worden. In fünf Regionen im Zentrum und Süden Portugals galt die höchste Waldbrandwarnstufe.

Hohes Waldbrandrisiko auch aufgrund struktureller Probleme

Die Bergregion im Zentrum Portugals wird regelmäßig von Waldbränden heimgesucht. Bei zwei Bränden im Sommer und im Herbst 2017 starben dort 106 Menschen. Grund für das hohe Waldbrandrisiko sind auch strukturelle Probleme. Die Region leidet unter Landflucht. Viele Felder, Wiesen und Wälder werden nicht mehr bewirtschaftet. Stattdessen wird Eukalyptus angebaut, der in der Papierproduktion verwendet wird. Die schnell wachsenden Bäume sind ein lukratives Geschäft, doch leicht entzündlich.

Dem Europäischen Waldbrand-Informationssystem (EFFIS) zufolge sind zwischen Januar und April dieses Jahres in Europa bereits mehr als 250.000 Hektar Land durch Waldbrände zerstört worden. Während der gesamten Waldbrandsaison im Jahr 2018 waren es 181.000 Hektar.