Bei dem seit Donnerstag anhaltenden Monsunregen in Südasien sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Allein in Nepal wurden mindestens 50 Personen durch Überschwemmungen und Erdrutsche getötet. Mindestens 33 Menschen werden noch vermisst, teilte die Polizei mit. In Indien starben mindestens elf Menschen, Tausende mussten in Notunterkünften untergebracht werden. In den Flüchtlingslagern im Südosten von Bangladesch wurden Tausende Menschen obdachlos.

Besonders der Osten und das Flachland im Süden Nepals waren von den heftigen Regenfällen betroffen. Hochwasser überflutete dort ganze Siedlungen. Die Polizei brachte Bewohnerinnen und Bewohner mit Booten in Sicherheit. Nepalesische Einsatzkräfte konnten mehr als 1.100 Menschen retten, sagte Polizeisprecher Bishwaraj Pokharel. 

Schäden an der Infrastruktur führten in dem Land zu Unterbrechungen bei Telefonverbindungen. Schätzungsweise mehr als 10.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Wetterbehörde rief die höchste Alarmstufe für den Fluss Sapta Koshi im Süden von Nepal aus.

Mehrere Menschen durch Blitze getötet

Auch im Nachbarstaat Indien richtete der Monsun schwere Schäden an. In den nordostindischen Bundesstaaten Assam und Arunachal Pradesh starben mindestens elf Menschen, wie die Behörden mitteilten. Von Überflutungen in 21 Bezirken in Assam waren demnach Tausende betroffen. 20.000 Menschen seien vorübergehend in Notlagern untergebracht worden.

In Bangladesch wurden mindestens ein Dutzend Menschen in überwiegend ländlichen Gegenden seit Samstag durch Blitze getötet, wie Beamte und Medien mitteilten. Etwa 40.000 Menschen seien von dem starken Regen betroffen, die meisten davon, weil ihre Häuser überschwemmt worden seien, sagte ein Behördenvertreter. In den Flüchtlingslagern im Südosten Bangladeschs verteilten Hilfsorganisationen Rationen an geflüchtete Rohingya aus Myanmar. Das UN-Welternährungsprogramm teilte mit, dass dort zwei Menschen gestorben seien, darunter ein Kind.

Die Monsunsaison dauert von Juni bis September. Vergangenes Jahr starben in Südasien mehr als 1.200 Menschen infolge der heftigen Regenfälle. Im südindischen Bundesstaat Kerala gab es damals die schwersten Überflutungen seit fast hundert Jahren.