Ein Boot mit 86 Migranten an Bord ist im Mittelmeer gesunken. Nur vier Menschen hätten von tunesischen Fischern aus dem Meer gerettet werden können, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit. Einer von ihnen sei jedoch über Nacht verstorben, drei Menschen hätten überlebt, 82 würden vermisst, hieß es weiter.

Das Schlauchboot war nach Angaben der Überlebenden von Libyen aus Richtung Italien aufgebrochen. "Es steht zu befürchten, dass rund 80 Migranten tot sind", sagte ein IOM-Sprecher.

Die Küstenwache aus dem benachbarten Tunesien sucht noch nach Überlebenden. Das Mittelmeer zwischen dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland Libyen und Italien gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. In diesem Jahr starben dort laut IOM bereits mehr als 340 Menschen bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen.

Trotz anhaltender Konflikte ist Libyen nach wie vor eines der wichtigsten Transitländer für Menschen aus anderen afrikanischen Staaten oder dem Nahen Osten, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen. Erst vor wenigen Tagen waren bei Luftangriffen auf ein Flüchtlingslager in Libyen zahlreiche Migranten ums Leben gekommen. Libyen erwägt nun, die wegen ihrer katastrophalen Lebensbedingungen umstrittenen Lager zu schließen.