Bei Protesten unweit des G7-Gipfels im französischen Biarritz sind 68 Menschen festgenommen worden. Sie würden verdächtigt, Projektile geworfen, sich vermummt und Objekte besessen zu haben, die als Waffen eingesetzt werden könnten, teilte die Regionalverwaltung mit. Orte und Umstände der Festnahmen blieben zunächst offen.

In Bayonne war es am Abend zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei gekommen. Aus einer Menge von mehreren Hundert Protestierenden in der Stadt Bayonne wurden nach Berichten der Deutschen Presse-Agentur Steine geworfen. Die Polizei setzte Tränengas  und Wasserwerfer ein.

Bayonne ist die Nachbarstadt von Biarritz. Zu den Zusammenstößen kam es vor allem an Brücken zum historischen Stadtkern. Die Innenstadt wurde von Sicherheitskräften abgeriegelt, auch Bewohnerinnen und Bewohner kamen nicht durch die Sperren.

Im Badeort Hendaye etwa 30 Kilometer von Biarritz protestierten nach Veranstalterangaben dagegen rund 15.000 Menschen friedlich gegen das Gipfeltreffen der führenden Industrienationen. "Alles ist gut verlaufen", sagte einer der Organisatoren. Anders als bereits am Vortag in Urrugne habe es keine Ausschreitungen gegeben.

Die Behörden sprachen laut der Nachrichtenagentur AFP von etwa 9.000 Teilnehmern. Zu der Kundgebung an der Grenze zu Spanien hatten verschiedenste Gruppen aufgerufen. Der Demonstrationszug erstreckte sich demnach bis über die Grenze ins spanische Irun.

G7-Gipfel - Handelsstreit und Zerwürfnisse überschatten Treffen von Merkel, Trump & Co. In Biarritz hat das Treffen der Regierungschefs und -chefinnen der größten Wirtschaftsnationen begonnen. Eine gemeinsame Abschlusserklärung wird diesmal nicht erwartet. © Foto: Ludovic Marin/AFP/Getty Images

Auch in Paris und anderen französischen Städten gab es Proteste gegen das G7-Treffen. Diese wurden von Anhängerinnen und Anhängern der Gelbwesten-Bewegung organisiert. Die Bewegung hatte besonders zu Jahresbeginn gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron demonstriert. Dabei war es immer wieder zu Krawallen und gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften gekommen.

Der Gipfel der G7 in Biarritz findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Kundgebungen sind dort nicht erlaubt. Das Treffen wird von mehr als 13.000 Einsatzkräften geschützt. Der Gipfel endet am Montag.