Nach den Schusswaffenattacken im texanischen El Paso und in der Stadt Dayton im US-Bundesstaat Ohio regt sich Widerstand gegen US-Präsident Donald Trump. Politiker und Bewohner üben Kritik am Besuch des Präsidenten an diesem Mittwoch in beiden Städten. Trump wird vorgeworfen, mit seiner aggressiven Rhetorik selbst Rassismus und Gewalt zu schüren.

Die demokratische Kongressabgeordnete Veronica Escobar aus dem mehrheitlich von Latinos bewohnten El Paso warf dem Präsidenten im Vorfeld des Besuchs vor, eine Mitschuld an dem Angriff in der texanischen Stadt zu tragen. Trump solle daran denken, "dass seine Worte und Taten Anteil hieran hatten". "Aus meiner Sicht ist er hier nicht willkommen", sagte sie dem Sender MSNBC.

"Wir brauchen nicht noch mehr Spaltung"

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Beto O'Rourke twitterte, Trump habe dabei geholfen, "den Hass, der die Tragödie vom Samstag möglich gemacht hat, zu schaffen". "Wir brauchen nicht noch mehr Spaltung", schrieb O'Rourke, der in El Paso aufgewachsen ist. "Unsere Wunden müssen heilen. Er hat hier nichts zu suchen."

Auch die Bürgermeister der beiden Städte machten Vorbehalte gegen den Besuch des Präsidenten deutlich. El Pasos Bürgermeister Dee Margo hob hervor, dass er den Präsidenten empfange, weil es seine Pflicht sei. Die Bürgermeisterin von Dayton, Nan Whaley, erklärte, sie werde den Präsidenten treffen und ihm sagen, "wie wenig hilfreich er ist". Seine Aussagen über das Waffenrecht nach den Attacken seien enttäuschend gewesen.

Der Ortsvorsitzende der republikanischen Partei in El Paso, Adolpho Telles, verteidigte zwar den Besuch des Präsidenten in der Stadt, sagte dem Sender CNN allerdings, Trump müsse mit seiner Wortwahl vorsichtiger sein.

Trost spenden, Einsatzkräften danken

Am vergangenen Samstag hatte ein 21-Jähriger in El Paso an der Grenze zu Mexiko 22 Menschen erschossen. Er wurde festgenommen, die Ermittler vermuten ein rassistisches Motiv: Der Angreifer hatte vor der Tat ein Online-Manifest veröffentlicht, in dem von einer "hispanischen Invasion" die Rede ist. 13 Stunden später tötete ein 24-Jähriger in Dayton neun Menschen, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Trumps Sprecherin Stephanie Grisham sagte, der Präsident wolle bei seinen Besuchen der Opfer gedenken, den betroffenen Gemeinden Trost spenden und den Einsatzkräften für ihre "heroische Taten" danken. Sie wies darauf hin, dass er nach den Taten Rassismus und die Ideologie einer weißen Vorherrschaft verurteilt habe.

Allerdings hat der Präsident selbst immer wieder Stimmung gegen Einwanderer aus Mexiko und Zentralamerika gemacht. Mexikaner bezeichnete er als "Vergewaltiger", bei den Migrationsbewegungen aus Zentralamerika sprach er von einer "Invasion". Zudem sorgte er in den vergangenen Wochen mit als rassistisch verurteilen Äußerungen gegen dunkelhäutige demokratische Politiker für Empörung. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, den Nährboden für rassistische Gewalt zu bereiten.