Der geständige Todesschütze von El Paso wollte bei seinem Angriff in der Grenzstadt gezielt Mexikaner treffen. Das geht aus einem von mehreren US-Medien veröffentlichten Bericht der örtlichen Polizei hervor. Darin heißt es demnach, dass sich der Mann kurz nach dem Massaker am Samstag bei einer Straßenverkehrskontrolle zu erkennen gegeben habe. Der Polizei habe er gesagt, er sei der Schütze. Dann habe er im Gespräch mit Polizisten gesagt, er habe Mexikaner treffen wollen. 

Nach seiner Festnahme verzichtete er nach Polizeiangaben auf sein Recht, die Aussage zu verweigern. Er habe den Beamten geschildert, wie er aus seiner Heimatstadt Allen in die Grenzstadt El Paso gefahren sei und dort das Einkaufszentrum mit seinem Sturmgewehr "und mehreren Magazinen Munition" betreten habe, hieß es weiter. 

Bei dem Angriff in einem Einkaufszentrum in El Paso am vergangenen Wochenende hatte der 21-Jährige mit einem Gewehr auf Besucherinnen und Besucher eines Walmart in der Nähe der Cielo Vista Mall geschossen. Insgesamt 22 Menschen starben dadurch, zwei Dutzend weitere wurden verletzt.

El Paso liegt an der Grenze zu Mexiko und hat etwa 680.000 Einwohner. Die Mehrheit der Bevölkerung ist hispanischer Abstammung. Viele der Toten hatten lateinamerikanische Nachnamen, acht der Opfer waren mexikanische Staatsbürger. Nach Angaben der zuständigen Behörden konzentriert sich die Strafverfolgung nicht nur auf den Vorwurf des Mordes, sondern auch auf den eines "Hassverbrechens". In den USA wird als hate crime eine Tat bezeichnet, die sich gegen Menschen einer bestimmten Herkunft, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung richtet.

Nach dem Angriff war nach Polizeiangaben ein Schriftstück sichergestellt worden, das auf einen rassistischen Hintergrund der Tat hinweist. Das von der Polizei als "Manifest" bezeichnete vierseitige Dokument trägt den Titel The Inconvenient Truth (Die unbequeme Wahrheit). Der Verfasser spricht darin von einer "hispanic invasion of Texas" (Invasion von Texas durch Menschen aus Lateinamerika). Außerdem bekundet er Solidarität mit dem Attentäter von Christchurch, der am 15. März 2019 zwei Moscheen gestürmt und 51 Gläubige getötet hatte. Allerdings wurde bisher nicht bestätigt, ob das Pamphlet von dem Verdächtigen stamme.

Schießereien in den USA an öffentlichen Orten kommen immer wieder vor. Etwa 13 Stunden nach dem Angriff in El Paso hatte ein 24-Jähriger neun Menschen in der Stadt Dayton im Bundesstaat Ohio erschossen.

Die Angriffe hatten erneut eine Debatte um eine Verschärfung der Waffengesetz in den USA angestoßen. Auch US-Präsident Donald Trump steht in der Kritik: Ihm wird vorgeworfen, mit seinen Aussagen zu rassistisch motivierter Gewalt in den USA beizutragen und die Spaltung in der Gesellschaft zu befördern. Trump hat die Vorwürfe zurückgewiesen.