Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat starke Kritik an einem Sat.1-Beitrag über Roma ausgeübt. "Eine derartige pauschale Kriminalisierung und widerwärtige Diffamierung von Minderheiten wäre bislang gegenüber anderen Minderheiten unvorstellbar", teilte der Zentralrat mit.

Der TV-Beitrag aus der Reihe Akte 20.19 mit dem Titel Roma: Ein Volk zwischen Armut und Angeberei, der am Mittwoch bei Sat.1 zu sehen war, sei rassistisch und bringe Roma-Gruppen immer wieder unter anderem mit Kriminalität in Verbindung, kritisierte der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma.

Weiter heißt es: Der Bericht stehe "ohne Weiteres in der rassistischen Tradition eines Jud Süß oder jenes Nazipropagandafilms über das Ghetto Theresienstadt". Roma würden in Zusammenhang mit Ratten gebracht. 

Der Sender mit Sitz in Unterföhring bei München wies die Kritik an dem Beitrag zurück: "Unsere aktuelle Reportage ist ein ausgewogener, journalistisch einwandfreier Bericht über mehrere Familien in Deutschland und Osteuropa", sagte Sat.1-Sprecherin Diana Schardt. Gelungene Integration und Tradition seien darin ebenso Thema wie Armut, Diskriminierung und Kriminalität einzelner Familien.