Nach den heftigen Gewittern vom Sonntag über Teilen Mittel- und Süddeutschlands müssen vor allem Bahnpendler mit Problemen rechnen. Am Sonntag war ein Stellwerk im südhessischen Walldorf vom Blitz getroffen worden, die Aufräum- und Reparaturarbeiten sollen bis zum Nachmittag abgeschlossen sein, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Der Zugverkehr werde umgeleitet. Es komme zu Verspätungen.

Wegen Oberleitungsstörungen waren zudem die Bahnstrecken zwischen Aschaffenburg und Hanau gesperrt. Der Fernverkehr zwischen Frankfurt am Main und Würzburg werde deshalb in beiden Richtungen über Fulda umgeleitet. Es komme zu Verspätungen von 60 bis 100 Minuten, sagte die Sprecherin. Die Sperrung werde voraussichtlich noch bis Dienstagabend dauern.

Auch auf dem Frankfurter Flughafen machten sich die heftigen Gewitter bemerkbar. Um Personal und Reisende zu schützen, sei die Abfertigung auf dem Vorfeld vorübergehend eingestellt worden, sagte eine Sprecherin des Betreibers Fraport. Demnach wurden bis zum Sonntagabend 41 Flüge annulliert. Die meisten davon waren Inlandsflüge. Acht Flüge wurden der Sprecherin zufolge umgeleitet.

Besonders stark von Unwettern betroffen war der Süden Hessens. In der Region um Mörfelden seien die Zustände chaotisch gewesen, teilte die Polizei mit. Das Dach des Rathauses sei teilweise abgedeckt worden. Autos seien von umstürzenden Bäumen beschädigt worden. Im Kreis Offenbach seien mehrere Menschen verletzt worden.

Abgedeckte Dächer und umgestürzte Bäume

Auch in Mainz richtete das Unwetter Schäden an. Besonders betroffen war laut Feuerwehr der Stadtteil Ebersheim. Dort waren zwei Menschen unter einem umgestürzten Baum eingeklemmt. Der Sturm wirbelte ein Dach samt Gebälk durch die Luft. Die Ziegel trafen zwei Wohnhäuser und richteten erheblichen Sachschaden an. Auf dem Gelände eines Geflügelzuchtvereins kippten Bäume um und zerstörten Käfige und Verschläge.

In Bayern trafen Hagel und Sturm den Landkreis Aschaffenburg. Dächer wurden abgedeckt, Strommasten knickten um und Keller standen unter Wasser, wie die Feuerwehr mitteilte. Mehr als 500 Rettungskräfte waren stundenlang im Einsatz. In mehreren Gemeinden fiel der Strom aus, die Autobahn 45 war in Richtung Seligenstadt voll gesperrt. Auf der Bahnstrecke zwischen Kleinostheim und der Landesgrenze zwischen Hessen und Bayern fuhren keine Züge. 

Auch die Druckerei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Mörfelden-Walldorf wurde vom Blitz getroffen. Der Verlag richtete daraufhin für alle Leser kostenlose Zugänge zur digitalen Version der Zeitung ein. 

Die Gewitter waren am Sonntagabend von der Pfalz und Südhessen in Richtung Südosten gezogen. Die Unwetter sollten bis ins nördliche Unterfranken und möglicherweise nach Thüringen ziehen. Auch am Montag sei im Süden und Südosten mit Gewittern und Starkregen zu rechnen, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes.