Das US-Justizministerium zog bereits erste personelle Konsequenzen: Der Direktor des Hochsicherheitsgefängnisses in New York wurde am Dienstag für die Dauer der Ermittlungen zu Epsteins Todesumständen versetzt. Zwei Wärter aus Epsteins Zellentrakt wurden beurlaubt. US-Justizminister Bill Barr hatte zuvor über "ernsthafte Unregelmäßigkeiten" bei der Überwachung Epsteins geklagt.

Dieser war bereits am 23. Juli nach einem mutmaßlichen Suizidversuch bewusstlos und mit Spuren am Hals in seiner Zelle gefunden worden. Seine verstärkte Überwachung wegen Suizidgefahr wurde Medienberichten zufolge aber bereits am 29. Juli wieder eingestellt. US-Medien berichteten, die Belegschaft des Gefängnisses habe wegen Personalmangels zuletzt viele Überstunden machen müssen.

Epstein zeigte sich gern öffentlich mit Politikern und Prominenten. Er hatte unter anderem – zumindest zeitweise – Kontakte zum heutigen Präsidenten Donald Trump, zu Ex-Präsident Bill Clinton und zum britischen Prinz Andrew aus Großbritannien. US-Medien spekulieren, dass ein Prozess weitere Prominente schwer belastet hätte.

Die Staatsanwalt ermittelt eigenen Angaben zufolge trotz Epsteins Tod weiter in dem Fall, der sich künftig auf mögliche Komplizinnen und Komplizen des Unternehmers konzentrieren dürfte.