Die Deutschen sehen einer Umfrage zufolge den Klimawandel als derzeit drängendstes Problem. Vor allem für jüngere Menschen ist der Klimaschutz die wichtigste Herausforderung, wie eine Erhebung des Instituts Forsa für das "RTL/n-tv-Trendbarometer" ergeben hat. Das Thema Flüchtlinge ist im Osten des Landes wichtiger als im Westen.

In der Umfrage nannten 37 Prozent den Umwelt- und Klimaschutz an erster Stelle. Auf dem zweiten Platz folgten Zuwanderung und Integration von Flüchtlingen mit 29 Prozent. 25 Prozent nannten "Unmut über Politiker und Parteien" als größtes Problem.

Für 13 Prozent stehen demnach Armut und soziale Ungleichheit an erster Stelle. Bildung und Versorgung im Alter nannten jeweils elf Prozent. Zehn Prozent sehen in zunehmendem Rechtsextremismus das größte Problem, vier Prozent nannten Innere Sicherheit und Gewalt im Alltag.

Klimawandel laut Jugend größtes Problem

In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen nannten 42 Prozent den Klimaschutz als wichtigstes Thema. Für junge Menschen sind der Umfrage zufolge auch Bildung, Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit größere Probleme als für die Gesamtheit der Befragten. Die über 60-Jährigen dagegen bewerten öfter als die Jüngeren die Zahl der Flüchtlinge, die Lage am Wohnungsmarkt sowie die Altersversorgung als große Probleme.

Für die Menschen in Ostdeutschland steht dagegen das Thema Flüchtlinge mit 36 Prozent an erster Stelle der Problemskala. Umwelt und Klima folgen hier mit 28 Prozent an zweiter Stelle. Auch für Anhänger der AfD ist der Bereich Zuwanderung das größte Problem – hier sogar mit einem Anteil von 63 Prozent. Dagegen sieht nur ein Prozent der AfD-Anhänger in rechtsextremer Gewalt ein wichtiges Problem.

"In Ostdeutschland gibt es deutlich weniger Flüchtlinge als im Westen", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. Die negative Einschätzung der Zuwanderung könne insofern kaum auf eigenen Erfahrungen beruhen, sondern auf Vorurteilen: "Dass so viele AfD-Anhänger, die ebenfalls weitgehend keine persönlichen negativen Erfahrungen mit Ausländern haben, im Flüchtlingsthema das größte Problem Deutschlands sehen, deutet auf eine generelle Fremdenfeindlichkeit dieser Gruppe hin."

Das Institut Forsa hat zur Einschätzung der größten Probleme Deutschlands im Juli und August 5.393 Wahlberechtigte befragt.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transparenzblog Glashaus.