In den USA hat ein Foto für Empörung gesorgt, auf dem zwei Polizisten zu Pferde einen festgenommenen Schwarzen mit einem Strick abführen. Der Polizeichef der texanischen Stadt Galveston entschuldigte sich darauf für das Vorgehen der Beamten. Die beiden weißen Polizisten hätten ein "schlechtes Urteilsvermögen" an den Tag gelegt, erklärte Vernon Hale. Sie hätten dem Afroamerikaner Donald Neely "unnötige Peinlichkeit" zugefügt, dabei aber keine böse Absicht gehabt, schrieb Hale auf der Facebookseite der Polizei Galveston.


Ein Foto zeigt, wie der mit Handschellen gefesselte Neely zwischen den beiden reitenden Polizisten läuft. Ein Polizist hält ein Seil, das offenbar an die Handschellen gebunden wurde. Das Foto weckte Erinnerungen an rassistische Gewalt in der US-Geschichte, etwa an das Anketten von Sklaven und an Lynchmorde an Schwarzen.

"Das Erste, was mir in den Sinn kam, war, dass wir uns im Jahr 2019 befinden und nicht 1819", sagte dazu James Douglas, Präsident des National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) in Houston im Bundestaat Texas gegenüber dem TV-Sender CBS. Al Green, Kongressabgeordneter der Demokraten, nannte das Verhalten der Polizisten auf Twitter ein "schamloses Vorführen" und stellte US-Präsident Donald Trump die hypothetische Frage, ob er so etwas meinte, als im Juli 2017 gegenüber Polizisten sagte, beim Verhaften von Verdächtigen "nicht allzu nett" zu sein. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Beto O'Rourke twitterte, dass man die Maßnahme als das benennen müsste, was sie ist: "Rassismus bei der Arbeit". O'Rourke ist selbst Texaner.

Polizeichef Vernon Hale betonte, dass es sich bei der Methode um eine "trainierte Technik" handle, die in bestimmten Fällen die "beste Vorgehensweise" sei. Die Praxis, jemanden neben dem Pferd laufend am Strick abzuführen, sei vorerst aber nicht mehr erlaubt, so Hale. Der abgeführte 43-jährige Neely war von den Beamten laut Polizei am Samstag wegen des widerrechtlichen Betretens eines Grundstücks festgenommen worden. Die Polizisten legten ihm daraufhin Handschellen an, banden einen Strick daran und führten ihn ab. Eigentlich sollte er mit einem Streifenwagen zur Polizeiwache gefahren werden. Nach Angaben von Polizeichef Hale waren zu dem Zeitpunkt aber nur berittene Polizisten verfügbar.