Um bei der Verteilung auf dem Mittelmeer geretteter Flüchtlinge weiterzukommen, soll in der zweiten Septemberhälfte ein Treffen mit aufnahmewilligen EU-Ländern auf Malta stattfinden. Als Termin ist der 19. September angesetzt.

Neben Deutschland seien Frankreich, Italien und Finnland eingeladen worden, hieß es aus EU-Kreisen. Letzteres hat derzeit den EU-Ratsvorsitz inne. Zuletzt hatten sich die immer gleichen Staaten an der Aufnahme aus Seenot geretteter Migranten beteiligt. Unter ihnen waren neben Deutschland und Frankreich meist Portugal, Irland und Luxemburg.

Aktuell beschäftigt sich die Bundesregierung mit der Eleonore. Denn für die rund 100 Migranten auf dem Rettungsschiff der deutschen NGO Mission Lifeline vor Malta zeichnet sich weiter keine Lösung ab. Am Mittwoch wurde das Schiff außerhalb der Zwölfmeilenzone mit Trinkwasser und Lebensmitteln beliefert. Der Nachschub durch ein kommerzielles Versorgungsschiff sei von Mission Lifeline organisiert und bezahlt worden, sagte deren Sprecher Axel Steier. Malta sei bislang "nicht bereit, seinen Hafen zu öffnen", derzeit gebe es "keine Signale für eine Lösung".

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte, dass die Bundesregierung die EU-Kommission kontaktiert und sie gebeten habe, koordinierende Gespräche aufzunehmen. Denn das Boot fährt unter deutscher Flagge. Deutschland sei bereit, sich an der Verteilung der Flüchtlinge zu beteiligen und eine "beachtliche" Zahl von Menschen aufzunehmen.