Bei dem offenbar rassistisch motivierten Angriff im texanischen El Paso mit 22 Toten ist auch ein deutscher Staatsbürger gestorben, wie der Polizeichef der Grenzstadt zu Mexiko, Greg Allen, mitgeteilt hat. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte diese Angaben am frühen Dienstagmorgen: "Leider müssen wir bestätigen, dass sich unter den Todesopfern in El Paso auch ein deutscher Staatsangehöriger befindet." Angaben zur Identität des Opfers machte sie nicht. Es blieb deshalb zunächst unklar, ob es sich um einen in den USA lebenden Deutschen oder um einen deutschen Reisenden handelte. 

Dem Polizeichef zufolge waren unter den Toten außerdem 13 US-Bürger und sieben Mexikaner. Bei einem weiteren Toten war die Nationalität noch unklar. US-Präsident Donald Trump habe die Hilfe der Bundesbehörden angeboten und werde am Mittwoch nach El Paso kommen, sagte Bürgermeister Dee Margo.

Am Samstag hatte ein Schütze das Feuer in einem Walmart eröffnet und 22 Menschen getötet. Er wurde festgenommen. In Dayton (Ohio) tötete ein Schütze am frühen Sonntagmorgen neun Menschen, darunter seine Schwester, und wurde von der Polizei erschossen.

Hass und offenen Rassismus ansprechen

Trump sprach von "bösartigen Angriffen" und Verbrechen "gegen alle Menschlichkeit". Das Land müsse "Rassismus, Scheinheiligkeit und weiße Überlegenheit mit einer Stimme verurteilen". Wer Hassverbrechen oder Massaker verübe, solle zum Tode verurteilt werden. Republikaner und Demokraten sollten zusammenarbeiten, um die Gewalt zu stoppen.

Die Demokraten gaben Trump eine Mitschuld an dem Geschehen. Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Beto O'Rourke, der aus El Paso stammt, sagte dem Sender CNN, neben einem Verbot kriegsartiger Waffen müsse man auch den Hass und den offenen Rassismus ansprechen, der vom Präsidenten und dem wohlwollend über ihn berichtenden Sender Fox News komme. "Er toleriert es nicht nur, er ermutigt es", sagte O'Rourke. "Wir haben heute ein Problem mit weißem, nationalistischem Terrorismus in den USA."

Auch Ex-Präsident Barack Obama fand deutliche Worte, ohne seinen Nachfolger direkt beim Namen zu nennen. Er kritisierte aber ausdrücklich Politiker, die "jene dämonisieren, die nicht wie wir aussehen, oder suggerieren, dass andere Menschen, darunter Einwanderer, unseren Lebensstil bedrohen, oder andere Menschen als Untermenschen bezeichnen oder andeuten, dass Amerika nur einer bestimmten Art Menschen gehört". Obama warnte auch vor hasserfüllter Rhetorik. Eine Sprache, "die ein Klima der Angst und des Hasses befeuert oder rassistische Meinungen normalisiert", müsse zurückgewiesen werden, sagte der ehemalige Staatschef in einer Stellungnahme.