Die Deutschen sind so gelassen wie lange nicht, geht aus der jährlichen Erhebung Die Ängste der Deutschen von der R+V-Versicherung hervor. Dennoch macht sich mehr als jeder zweite Bundesbürger Sorgen über aktuelle politische und gesellschaftliche Probleme. Vor allem Zuwanderungsthemen und die Politik von US-Präsident Donald Trump beschäftigen die Menschen.

Aktuell befürchten 56 Prozent der Deutschen, dass der Staat durch Flüchtlinge überfordert sein könnte. Im Vorjahr waren das noch 63 Prozent. Angst davor, dass der Zuzug hierzulande zu Spannungen führt, haben 55 Prozent, im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 63 Prozent der Befragten. Die Politik von US-Präsident Trump, die 2018 noch mit 69 Prozent an der Spitze des Ängsterankings lag, kommt nun mit 55 Prozent auf den dritten Platz. 2016 und 2017 hatte übrigens die Angst vor Terroranschlägen den ersten Platz belegt.

In diesem Jahr folgen auf den weiteren Plätzen mit Werten von 47 Prozent und weniger die Ängste vor einer generellen Überforderung der Politiker, politischem Extremismus und unbezahlbarem Wohnen. Auch in den Top Ten sind die Angst davor, ein Pflegefall zu werden, sowie die Sorgen vor den Kosten der EU-Schuldenkrise, Terrorismus und steigenden Lebenshaltungskosten. Die Angst vor Klimawandel, Naturkatastrophen und Wetterextremen kommt mit jeweils 41 Prozent erst danach.

Die Befragung zeigt, dass alle Ängste in Ostdeutschland stärker ausgeprägt sind als im Westen. Im Jahresvergleich gingen sie sowohl im Westen wie im Osten zurück, im Westen aber erheblich stärker. Der Anteil derer, die sich vor einer Überforderung des Staats und sozialen Spannungen durch Einwanderung fürchten, liegt in Ostdeutschland bei je 64 Prozent der Bevölkerung. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als im Westen.

Seit 1992 befragt die R+V Versicherung jährlich die Deutschen zu ausgewählten Ängsten. In diesem Jahr wurden 2.446 Menschen ab 14 Jahren zu ihren Befürchtungen in 22 Themenbereichen befragt.